Meine schüchternen Versuche, einen der gefährlichen Masaispccrc zu handhaben, fanden nicht den Beifall meiner Masaifreunde, crreaten vielmehr ihre Heiterkeit , > , ,
XXXIII.
Ein Kriegerisches Hirtenvolk: Die Masai.
Schon im Jahre 1896 sah ich mich im Gedankenaustausch mit meinem Freunde Merker, dem jetzigen hauptmann in der Kaiser!. Zchutztruppe, einig in der Ansicht, daß die Masai, jenes die Zteppenländer Deutsch- und Britisch-GstafriKas bewohnende Kriegerische Hirtenvolk, das bis dahin zu den „hamiten" gerechnet wurde, in ihren Physiognomien einen ganz überraschend deutlichen und unverkennbaren semitischen Ausdruck zeigen.
In einem stattlichen Merke ^ hat mein Freund mittlerweile die Ergebnisse langjährigen Studiums niedergelegt und seine Ansicht dahin ausgesprochen, daß die Masai lange vor der Zeit, aus der wir die ältesten ägyptischen Urkunden besitzen, aus Arabien nach Afrika gezogen sind, um sich schließlich endgültig in den ostafrikanischen Steppen festzusetzen.
Ferner hat er es unternommen, zu beweisen, daß die Masai — Anhänger einer streng monotheistischen Religion — Nachkommen desjenigen nomadisierenden ZemitenvolKes sind, dem das Hirtenvolk der ältesten Ebräer angehörte und, daß dieses Volk bereits lange Zeit im Besitze der biblischen Urzeitmythen war, bevor diese Mythen nach Babylon gelangten.
Die Masai weisen durchweg seingeschnittene Gesichtszüge aus, haben hohe schlanke Gestalten und oft geradezu zierliche Füße und Hände.
' „Die Masai. Ethnographische Monographie eines ostafrikanischen Semitenvolkes." Berlin 1904, Dietrich Reimer.