XXIX.
Nächtlicher Ansitz.
An anderer Ltelle habe ich bereits ausgeführt, daß der nächtliche Ansitz aus Wild im äquatorialen Afrika manches gegen sich hat, so verlockend er in Europa auch erscheinen mag.
In vielen Fällen ist es nicht möglich, einen Hochsitz aus Bäumen herzurichten. Dann aber sind viele Wildarten — unter Umständen auch Löwen — zu scheu, um sich einem unmittelbar aus der Erde befindlichen Ansitze zu nähern, und der Schütze hängt in diesem Falle allzusehr vom günstigen Winde ab.
Die Angriffe von Insekten verschiedenster Art, vor allen Dingen der Ameisen, sind ein sehr erheblicher Übelstand. Nichts aber schwächt in den Tropen den Körper mehr und disponiert ihn zu Fieberanfällen, als die Entziehung des so notwendigen Zchlafes.
Immerhin rate ich jedem, der zum ersten Male das ursprüngliche Tierleben dort drüben beobachtet, einige Male die unendliche Beschwerlichkeit, aber auch den unbeschreiblichen Reiz eines Ansitzes zur Nachtzeit durchzukosten.
Ja, von größtem Reize ist solches Beginnen! Fernab vom Lager, in der mondscheindurchwebten einsamen Wildnis, inmitten von unbekanntem und neuem Tierleben unerwarteter Ereignisse und Erscheinungen harren zu dürfen, — welchem Weidmann würde das nicht anfänglich in hohem Maße verlockend dünken!
Ich habe sowohl den Hoch-Ansitz, wie auch den nächtlichen Ansitz im vornenverhau verborgen verschiedene Male versucht. Weniger die