Druckschrift 
Mit Blitzlicht und Büchse : neue Beobachtungen und Erlebnisse in der Wildnis inmitten der Tierwelt von Äquatorial-Ostafrika / von C. G. Schillings. Mit 302 urkundtreu in Autotypie wiedergegebenen photogr. Original-Tag- und Nacht-Aufn. d. Verf. 2. Abdruck
Entstehung
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XXVI.

Gazellen und Zroergantilopen.

Die beiden häufigsten Gazellenarten der Masai-NyiKa sind die Grant-Gcizelle ((3a.üeIlÄ ZiÄnri Brooke.) und die sehr ähnlich ge­färbte, aber bedeutend Kleinere Thomson-Gazelle (L^ella, rkorn- soni (^tlrr.).

Die große und schöne Grantgazelle, deren Böcke prächtig ge­schweifte, und deren Weibchen stets ebenfalls schöne lange, wenn auch schwächere Hörner tragen, wurde erst im Jahre l86t) durch ZpeKe und Grant in Ugogo aufgefunden und bekannt, aus ihrem Wege zum damals von ihnen entdeckten Victoria-Nnanza. Die Kleinere Gazellenart, die Loilin" der Masai, verdankt dem englischen Reisenden Thomson erst l88Z ihre Tntdeckung.

In oft vielköpfigen Rudeln finden wir die stattliche Grantgazelle im ganzen Masailand, höchst selten in einzelnen Exemplaren, oft aber in Herden, die entweder nur aus weiblichen Tieren und nur aus Böcken bestehen, oder auch aus einer Anzahl weiblicher Tiere mit einem oder einigen Böcken.

Einzelne weibliche Grantgazellen fand ich in den Sommermonaten häufig inmitten großer Grasflächen, und es gelang mir dann zuweilen, ihre Kälber aufzustöbern, die in der Nähe verborgen waren.

Lind diese etwas herangewachsen, so sucht ihre Mutter mit ihnen wiederum das Nudel auf. Diese Gazellen meiden den N)cild, finden sich in ihm nur in der Formation lichten Buschwaldes, äsen jedoch nicht nur Gräser, sondern auch Blätter und einige Laumfrüchte, namentlich häusig die Früchte einer großen Zolcmumart.

Die Hörner der Männchen weichen sehr voneinander ab - manchmal sind sie sehr weit auseinandergebogen, aber auch wieder sehr eng

C. G, Schillin-,s, Mit Blitzlicht und Büchse. 24