Seltsame Kandelaber Euphorbicn erhoben sich hier und da im Dickicht
X.
Der afrikanische Elefant.
höchst seltsam erscheint es, daß unsere Kenntnis über die Lebensweise dieses Riesen der heutigen Tierwelt so außerordentlich gering und dürstig ist. Aus den Tagen Scipios wissen wir, daß der Mensch es vermocht hat, sich auch ihn gleich seinem indischen Vetter dienstbar zu machen. Dann aber dringt im Laufe der Jahrhunderte nur spärliche Kunde über den gewaltigen Dickhäuter zu uns, und die Herden von Hunderttausenden und abermals Hunderttausenden trieben nach wie vor ihr Wesen ungestört in ihren ungeheuren Gebieten. So war es bis zum Eindringen des Europäers in den gewaltigen afrikanischen Kontinent, bis zum Ausblühen der Schiffahrt unter Erschließung der Handelsverbindungen rund um Afrika. Elfenbein wurde mit einem Schlage ein sehr begehrter Artikel. Aus unsäglich reichen (Quellen schöpfte man da, und scheinbar unerschöpflich erschien der Reichtum an Elesantenzähnen. Im Westen Afrikas namentlich waren ja zweifelsohne hier und da große Schätze an Elfenbein bei Negerfürsten seit langer Zeit aufgestapelt. Aber unschwer schien es auch mit Hilfe des Feuergewehres, welches dem Menschen plötzlich eine andere Stellung der Tierwelt gegenüber gab, größte Mengen von Elefanten hinzuschlachten, planmäßig wurde dieser Mord organisiert, und es dürfte schwierig sein, nachzurechnen, wie ungeheure Mengen von Elefanten erbeutet wurden. Bald war der Eingeborene, verführt durch den lockenden Gewinn, eifrig an dieser Vernichtung beteiligt, und seine primitiven Waffen wurden jetzt mehr denn früher in den Dienst der Elefantenjagd gestellt. In den früheren