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Quer durch Uganda : eine Forschungsreise in Zentralafrika 1911/1912 / Rudolf Kmunke
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IN KHARTUM UND KAIRO.

Wieder von Komfort umgeben. I Bei Slatin Pasdia I Ein Ausflug nach Om- durman / In Kairo I Genesung Dr. Stiglers I Abschied von Afrika.

In Khartum trafen wir infolge der grossen Verspätung unseres Dampfers am 17. März erst spät abends ein, weshalb es uns un­möglich war, unser umfangreiches Gepäck an Land zu schaffen und wir nur mit unseren Kleiderkoffern ins »Grand Hotel« übersiedelten, ein erstklassiges, von einem tüchtigen Reichsdeutschen mit grosser Umsicht geleitetes Etablissement. Wir sahen uns nun wieder von dem Luxus eines modernen, mit allem Komfort versehenen Hotels umgeben, und der schöne, elegante Speisesaal, die kleinen, blumen­geschmückten und elektrisch beleuchteten Tische bilden einen solchen Kontrast zu unserer bisherigen Lebensführung, dass wir ganz vergessen, immer noch einige Tausend Kilometer von der Heimat entfernt zu sein.

Am nächsten Morgen suchte ich mit Dr. Stigler, dessen Augen noch immer verbunden bleiben mussten, den Leiter des Hospitals auf, der leider erklärte, dass er in Anwendung des Augenspiegels nur wenig Praxis habe. Das Ergebnis der Untersuchung, die er trotz­dem vornahm, war alles eher denn günstig, und ich verliess mit meinem Freunde in recht gedrückter Stimmung das Spital. Wir studierten sofort die Fahrpläne wegen einer möglichst raschen Ver­bindung nach Kairo, damit Dr. Stigler dort endlich in die Behand­lung eines erfahrenen Augenarztes kommen konnte. Durch den Di­rektor unseres Hotels erfuhren wir, dass noch am selben Tage ein Expresszug nach Port Sudan mit direktem Schiffsanschluss nach Suez abgehe, auf welchem Wege man am raschesten nach Kairo gelangt. Dr. Stigler packte in grösster Eile die notwendigsten Koffer und fuhr um 2 Uhr nachmittags, begleitet von seinem Boy Kilimandscharo, nach Port Sudan ab.

Kmunke, Uganda, 12.

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