EIN RÜCKBLICK.
Abschied vom Karawanenleben I Das Vegetationsbild Ostugandas I Grosser Wildreichtum I Das Paradies am Salisbury-See I Im nördlichen Uganda I Ein Eldorado für Elefantenjäger / Allgemeines über die Eingeborenen I Klimatisches I Die Erkrankungsgefahr für den Europäer / Chinin-Prophylaxe I Die Notwendigkeit ärztlicher Begleitung I Behandlung der Eingeborenen I Befriedigende Ergebnisse.
Das Karawanenleben hatte nun sein Ende erreicht; wir marschierten nicht mehr stundenlang in der afrikanischen Steppe, sondern Hessen uns gemächlich von den Wellen des Nils tragen. Meine Forschungen waren hiermit beendet, und ich will daher, ehe ich das letzte Stück unserer Heimreise beschreibe, noch kurz die Beobachtungen festhalten, die wir in den von uns durchzogenen Teilen Ugandas in bezug auf Vegetation, Bodenbeschaffenheit, Fauna, Klima, Gesundheitsverhältnisse und über die Eingeborenen zu machen Gelegenheit hatten.
Das allgemeine Vegetationsbild des östlichen und nördlichen Uganda ist das der Busch- und Baumsteppe mit vorwiegendem Graswuchs — Savanne — und einer kärglichen Baum- und Strauchflora, der auch die lange, regenlose Periode nicht verderblich wird, stellenweise das der offenen Grassteppe, und zwar fast immer der einem Kornfelde gleichenden Hochgrassteppe. Die am meisten verbreitete Buschsteppe zeigt keinen schattigen Wald, keine schöne Baumgruppe, keine Quelle oder fliessendes Wasser; nur schmutziggrün schillernde Tümpel geben dem Reisenden das oft zu lang entbehrte Nass. Vorherrschend sind die dornigen Flötenakazien, seltener die Schirmakazie. Die meist harten Gräser haben eine durchschnittliche Höhe von 2 bis 3 Meter und sollen in der Savanne von Senaar eine solche von 4 bis 6 Meter erreichen. Nirgends sahen wir einen geschlossenen, hochstämmigen Wald, mit Ausnahme des Urwaldes auf den Westabhängen des Mount Elgon in einer Höhe von 2300 bis 3000 Meter und des Waldes im Naquatale, der nach seiner Formation Terrassenwald genannt wird.
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