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Quer durch Uganda : eine Forschungsreise in Zentralafrika 1911/1912 / Rudolf Kmunke
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VON NIMULE NACH GONDOKORO.

Auf der Strasse nach Gondokoro I Grosse Grasbrände I Ein Marsch in der Vollmondnacht I In Loro I Wieder auf Elefantenjagd I Der tollkühne Adu- bungomoi I Erkrankung Dr. Stiglers I Ein Engländer auf Besuch I Unfrei­willige Träger / Schwarzer und Storch malariakrank I In der Nähe des Nils I

Einmarsch in Gondokoro.

All diese Verzögerungen unserer Abreise von Nimule hatten zur Folge, dass wir am ersten Tag statt der geplanten 25 Meilen nicht einmal die Hälfte hiervon zurücklegten und nur bis zum Kamp am Assuariver kamen. Am nächsten Tage marschierten wir, immer auf der breiten Strasse, die zwischen dichtem Buschland und über hügeliges Terrain nach Gondokoro führt, bis Kiripe, wo wir unter prächtigen alten Bäumen unsere Zelte aufschlugen. Alsbald erschien in Begleitung eines grossen, nackten, mit Speer, Pfeil und Bogen bewaffneten Schwarzen der Häuptling des dortigen Bari-Stammes und teilte uns mit, dass etwa eine Stunde östlich von unserem Lager eine Herde von sieben Elefanten gesehen worden sei. Wir brachen gleich in dieser Richtung auf und konnten schon nach kurzem Marsche die frischen Fährten und die Verwüstungen entdecken, die die Kolosse an den ihnen im Wege stehenden Bäumen angerichtet hatten. Von einem kleinen Hügel aus sahen wir auch durch unsere Zeissgläser in weiter Ferne zwei einzelne Elefanten. Wir versuchten, durch das meterhohe Gras, in das uns die Tiere einen genügend breiten Steg getreten hatten, anzubirschen, traten aber bald wieder den Rückweg an, da die Elefanten inzwischen, wahrscheinlich um zur Tränke zu wandern, einen grossen Bogen gezogen hatten, und ausserdem auch schon die Dämmerung eingebrochen war. Am nächsten Morgen nahmen wir den Versuch wieder auf, aber ohne Erfolg. Die Elefanten dürften vermutlich durch grosse Grasbrände, die sich im weiten Um­kreis zeigten und des Nachts auf Meilen hinaus die Landschaft be­leuchteten, vertrieben worden sein. Die Träger haben nämlich die Gewohnheit, die Lagerfeuer, die sie bei jeder Gelegenheit anzünden,

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