DURCH DAS UNERFORSCHTE UGANDA.
Der Marsch durch die Steppe I Die erste Lagerstelle / Ein Eldorado für Jäger Am Kirkpatricksumpf I Ein angreifendes Nashorn und sein Opfer / Am Fuss der Naquaberge I Gewaltmärsche I Zusammengebrochene Träger.
Am 26. Jänner verliessen wir Kaketta, die nördlichste und letzte Eingeborenenstation in der von den Engländern verwalteten Zentralprovinz Ugandas, und nun lag vor uns die wilde, unerforschte, pfadlose Steppe mit all den Gefahren für jene, die vorhaben, in sie einzudringen. An der Spitze der Karawane marschierte unser Kara- mojoführer Adubungomoi (d. h. der im Kampfe einen getötet hat) mit dem Naquahäuptling und dessen Begleiter, hinter ihnen folgten ich, mein Boy und mein Gewehrträger, die beiden jungen Schmetterlingsfänger Amissi und Paulo, dann kam die lange Reihe der Träger, von denen der erste unsere Expeditionsfahne trug, und den Schluss bildete Dr. Stigler in der Hängematte und der Askari-Sergeant. Wir bahnten uns den Weg durch hohes Steppengras mit immer häufiger werdenden Flötenakazien, deren lange spitze Nadeln wir oft unangenehm an unseren Körpern verspürten, und erreichten gegen Mittag einen grossen Wassertümpel, dessen steil abfallende Ufer vermuten Hessen, dass hier zur Regenzeit ein ziemlich wasserreicher Fluss seine Fluten nilwärts wälze. Da wir nach Aussage unseres Führers und des Naquahäuptlings die nächste Wasserstelle vor Einbruch der Nacht nicht mehr erreichen würden, schlugen wir hier unser Lager auf (Tafel 46).
Nach dem Abkochen entwickelte sich an den Ufern und im Wasser selbst bald ein lebhaftes Treiben. Die Wasserfläche mit ihren ungezählten weissen und violetten Seerosen glänzte im goldenen Schimmer der hochstehenden Sonne und gegen hundert Eingeborene standen bis zur Brust im Wasser und versuchten unter grossem Geschrei mit irgend einem Angelstock ihr Petriheil. Auf unserem Abendtisch gab es daher zur Abwechslung wieder einmal frisch zubereitete Fische von
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