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Die Entwicklung und der Stand der geographischen Forschung über Uhéhe in Deutsch-Ostafrika / von Ernst Battré
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Fauna

faltige Vogelwelt an den Wassern und Sümpfen ist in wenigen Zeilen nicht möglich zu beschreiben. Massen von allerhand Wassergeflügel treiben sich hier an den Ufern herum oder bäumen in der Nähe auf. Wasserhühner, Regenpfeifer, Schnepfen und Reiher trippeln umher; von den Sandbänken her hört man das Geschnatter der Riesensporen­gans und der Höckergans; Schlangenhalsvögel halten von den Ufer­büschen aus Umschau, Eisvögel rütteln über dem Wasser oder lauern auf Beute, Seidenreiher und andere haben aufgebäumt, schreiend und flatternd fliegen Kibitze auf; Sattelstörche, Löffelreiher, Ibisse und Nimmersatte stelzen gravitätisch im Sumpfe und Schilfe umher, Nacht­reiher rauschen aus dem Gezweige; buntgefiederte Kronenkraniche fallen in langen Reihen auf die Erdnußfelder der Eingeborenen und rufen ihr heiseres ,Au, au'; schattenhaft huscht der schwarze Hornrabe durch den Dornbusch, den Sekretär sieht man abseits auf langen Ständern vornehm die Steppe durchschreiten und hoch in den Lüften kreischen Adler und gierige Geier.«

Die Reptilien sind nach Angabe desselben Reisenden weniger zahl­reich; doch gibt es eine Puffotter, eine silberweiße grüne Baumschlange, eine graue Natter, eine 23 m lange schwarze Wasserschlange und eine Riesenschlange. Nähere Spezialisierung muß erst die Arbeit eines Zoologen erbringen. Auch über die vielen Eidechsen, die in den sonderbarsten und buntesten Gestalten den Boden beleben, fehlt jede nähere Angabe.

Von den Insekten sind nach Adams die verschiedensten Nacht­falter vorhanden, Skorpione von 10 cm Länge und darüber, deren Stich für die Kinder auch tödlich werden kann; ferner ungewöhnlich große Käfer. »Moskitos, die lästigsten aller Insekten des tropischen Afrika, sind infolge der Kälte der Hochländer selten.«

Dagegen sind Flöhe, Zecken, Wanzen und Läuse zahlreich. Höchst unangenehm macht sich in ganz Uhehe der Sandfloh oder Funsa be­merkbar, der seine Eier unter die Haut der Füße und Hände legt und überaus lästige Entzündungen hervorruft. Eine rechtzeitige Extraktion beugt aber den bösen Entzündungen und Geschwüren vor; nur kann der Schwarze die kleinen Pünktchen auf seiner Haut schwer erkennen und ist so der Plage weit mehr ausgesetzt. 1 )

B. Nutztiere

Der Elefant, der früher in großer Anzahl*) vorkam, 2 ) ist jetzt bei­nahe ausgerottet. Noch im Jahre 1900 wurden von der Station Iringa innerhalb 8 J / 2 Monaten 6326 Pfund Elfenbein von rund 500 ge-

*) Anmerk. Vielleicht kann man auch einen Schluß ziehen auf das früher häufigere Vorkommen des Elefanten aus den Namen von Flüssen und Bächen; so steckt in den Fluß- und Bachnamen Ndembera, Ndembue und Mkimbue doch höchst wahrscheinlich der Stamm des Wortes für Elefant (Ndembo nach Spiß, 3 ) Ndembue nach Velten 4 ).

') 2, S. 221 f. - 2) 75, S. 417. - ») 59, S. 133. - 4 ) 55, S. 233.