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Die Entwicklung und der Stand der geographischen Forschung über Uhéhe in Deutsch-Ostafrika / von Ernst Battré
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C. Flüsse zum Stromsystem des Ulanga gehörend

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d)'fia. Der Löfia, der ebenfalls von den Ligungwe-Bergen dem Gr. Ruäha zuströmt, wird durch das Mdene- und Gologolo- Gebirge so eingeengt, daß er und sein Nebenbach, der Mtfnje (Msinge) eine ganze Reihe von Wasserfällen und Stromschnellen bilden. Die Einsenkung zum Lafia-Tal beträgt 400 m, auf dem linken Ufer erhebt sich dann das Mdene-Gebirge wieder zu einer Höhe von 1480 m (siehe Profil). 1 )

e) Charakter dieser Flüsse. Die gemeinsamen Merkmale aller dieser Flüsse ergeben sich wieder aus dem Charakter der dritten Zone. Es fehlt ihnen der langsame, versandete Unterlauf der oben angeführten Gruppe von Flüssen. Sie haben von der Quelle bis zur Mündung lebhafte Strömung und ziemlich reiche Wasserführung. (Leider liegen auch hier keine Höhenzahlen vor, um etwa das Gefäll berechnen zu können.)

Die Richtung des Somali-Systems tritt bei allen drei genannten Seitenflüssen sehr deutlich in Erscheinung. Auch der Hauptstrom biegt zweimal in die Richtung dieses Systems ein.

Der Lukösse, der sich durch seine Längsausdehnung auszeichnet, reicht mit seinen Quellflüssen schon in das Gebiet der ersten Zone hinein. Es tragen diese daher den allgemeinen Charakter der Utschungwe-Flüsse: sehr steilwandige, enge Täler, starke Strömung und häufige Wasserfälle.

Der Löfia fließt in der Tiefenlinie einer schon oben besprochenen Brucherscheinung; daher erklären sich seine plötzliche Umbiegung nach Norden und die große Zahl seiner Stromschnellen und Katarakte.

C. Flüsse zum Stromsystem des Ulanga gehörend

Die Flüsse östlich und südlich der Hauptwasserscheide gehören dem Stromsystem des Ulanga an. Da sie meist senkrecht zu der Richtung der Hauptwasserscheide fließen, sind sie als Querflüsse des Ulanga-Stromsystems anzusprechen. Ihrer Entwicklung ist in der großen Sammelader des Ulanga ein schnelles Ziel gesetzt. Bevor auf den Charakter dieser Gruppe von Flüssen eingegangen werden soll, mögen die hauptsächlichsten in ihrem Lauf kurz dargestellt werden.

a) Ulanga-Kilomb'ero. Der Ulanga, den man, wohl als Quell­fluß des Rufiji ansieht, heißt weiter aufwärts Kilombero und schließ­lich Ruhudje. Der Ruhüdje hat seinen Ursprung in Süd-Ubena und zwar in einem Sattel zwischen zwei breiten, grasbewachsenen Hügeln, dem Rugenge und dem Wanjakuchu. 2 ) Bornhardt 3 ), der den Quell­fluß im September überschreitet, schildert ihn als einen 4 m breiten, kräftig fließenden Bach. Sein Nebenbach, der Hagäfiro, kommt ihm an Bedeutung fast gleich. Dieselbe Ansicht teilt Engelhardt 2 ), der auch weiter über den Fluß berichtet, wie er bald langsam durch breites

') 35, S. 17. - 2 ) 54, S. 85. - 3 ) 38, S. 162.