Druckschrift 
Die Entwicklung und der Stand der geographischen Forschung über Uhéhe in Deutsch-Ostafrika / von Ernst Battré
Seite
46
Einzelbild herunterladen
 

46

Hydrographie

nicht gelungen, die Quellflüßchen des Lukösse anzuzapfen; vielleicht hat man auch an dieser Stelle die höchsten Erhebungen des Utschungwe- Gebirges zu suchen. Die Hauptwasserscheide wendet sich dann wieder ihrer ursprünglichen Richtung zu und nähert sich zweimal bis auf wenige Kilometer dem Kl. Ruäha. Hier im Süden ist die Wirkung einer rückschreitenden Erosion der Schollenrandflüsse augenscheinlich; die Wasserscheide ist sichtlich zurückgedrängt und die Gewässer haben dem Ulangastromgebiet ein ziemlich großes Terrain erobert.

Alle weiteren Wasserscheiden haben nur untergeordnete Bedeutung; sie werden weiter unten gewürdigt werden.

B. Flüsse zum Stromsystem des Mpangäli gehörend

Bei der Betrachtung des Mpangäli und seines Stromsystems empfiehlt es sich eine Zweiteilung vorzunehmen, d. h. erst den Hauptstrom und seine Nebenflüsse bis zur Umbiegung des Mpangäli von der Nordost- nach der Südostrichtung zu betrachten und dann die zweite Strecke bis Kidatu. Deutet schon die Merkwürdigkeit der Umbiegung des Hauptstromes auf diese Einteilung hin, so wird diese noch mehr gerechtfertigt, wenn die charakteristischen Merkmale der einzelnen Gruppen von Flüssen weiter unten zusammengefaßt werden.

Die Wasserscheide (siehe Skizze S. 45) für diese beiden Gruppen von Flüssen hat in der Hauptsache Nordsüdrichtung; sie bildet einige Schleifen und nähert sich bei Iringa dem Kl. Ruäha auf wenige Kilometer.

1. Der Mpangäli und seine Nebenflüsse bis zu seiner Umbiegung

nach Südosten

a),Der Mpangäli. Nach den neueren Karten entspringt der Mpangäli auf dem Elton-Plateau und zwar entwässert er in zahlreichen Strömen das Kipengere-Gebirge, einen Bergzug, der sich von Südosten nach Nordwesten erstreckt und eine Höhe von ziemlich 3000 m erreicht. Die vielen, kleinen Flüsse, zum Teil mit recht reißender Strömung, wie der Ripera, der Liangawo, der Njamono, der Numbi, der Hunga u. a. vereinigen sich zum Njangojo, der dann später den Namen Mpangäli annimmt. 1 )*) Entgegen dieser Ansicht, die auf den neuesten Karten zum Ausdruck kommt, sind Fülleborn 2 ), Bornhardt 3 ) und Engel­hardt 4 ) über den Quellfluß anderer Meinung; sie nehmen den Mparalie und dessen Oberlauf, den Pandu (Pando), als Ursprung des Mpangäli an. Eine Entscheidung zu fällen ist schwer, da zuviel lokale Momente maßgebend für das Vorrecht dieses oder jenes Quell-

*) Anmerk. Die Flußnamen wechseln deshalb so häufig, weil die Ein­geborenen die Flüsse meist nach den jeweiligen Landschaften, Gebirgen, Häuptlingsschaften usw., die sie gerade durchfließen, benennen.

l ) 127, Bl. 23; 132, F4; 2, Karte II. - 2 , S. 189. - ") 38, S. 163 f. -