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Wirtschaftsgeographie von Afrika / von K. Dove
Entstehung
Seite
243
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Anleitung zum Gebrauch des Buches.

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Es erscheint wünschenswert, dem vorliegenden Werke einige An­leitungen mit auf den Weg zu geben. Sie sollen den Benutzer in den Stand setzen, von seinem Inhalt richtigen Gebrauch zu machen.

Zunächst sei wiederholt, daß das Werk bestimmt ist, den Entwicklungs­stand zu zeichnen, den Afrika als ein erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit der europäischen Wirtschaft und dem Welthandel erschlossener Kontinent zu einem kurz vor dem Kriege liegenden Zeitpunkt erreicht hatte. Nur auf diese Weise ist es möglich, das Zusammenwirken aller in der Natur begründeten Kräfte aufzuzeigen und ein Bild zu geben, das uns die Leistungsfähigkeit dieses Weltteils in einer nicht allzu fernen Zukunft deutlich macht. Es erschien daher überflüssig, für die sich so schnell ändernden bisherigen Leitsungen Mittelwerte aus weiter zurück­liegenden Jahresreihen zu geben, wie das bei älteren, kulturell bereits voll entwickelten Wirtschaftsgebieten oft und mit Vorteil geschieht. Hier verboten sich ähnliche Angaben von selbst, da sie bei der geringen Dauer des europäischen Einflusses nur einen sehr geringen Wert haben, ja die Vergleichbarkeit verschiedener Gebiete eher stören als fördern würden.

Wie bereits an verschiedenen Stellen betont wurde, ist die Zeit um 1911, für welche die meisten zuverlässigen Feststellungen und Zahlen­angaben vorliegen, als maßgebend gewählt worden. Wo es nötig war, sind die wirtschaftlichen Ergebnisse früherer und in vielen Fällen auch der folgenden Jahre mitherangezogen worden, aber sie dienen immer nur der Unterscheidung einzelner Züge des hier gegebenen Gesamtbildes, das. auf eine ganze Keihe von Jahren hinaus keine wesentlichen Änderungen seiner Grundlinien erfahren dürfte. Ein Buch wie das vorliegende soll eben durchaus nicht ein Nachschlagebuch für bestimmte Zahlen sein, wie das leider bisher bei so manchen sich wirt­schaftsgeographisch nennenden Werken der Fall ist. Diese sind damit nicht nur der Gefahr eines schnellen Veralterns ausgesetzt, sondern sie lassen auch, aus den eben erwähnten Gründen, nur höchst selten das Bild der natürlichen Grund­lagen neu entstehenden Wirtschaftslebens klar erkennen

Aus demselben Grunde mußten weiterhin alle halbwegs in das Gebiet der Staatswissenschaften gehörigen Erörterungen ausgeschaltet werden. Sie stören die Klarheit des wirtschaftsgeographischen Bildes eines großen, politisch verschiedenartig entwickelten Weltgcbietes im höchsten Grade. Selbstverständlich sind sie von größter Bedeutung für den .Kaufmann und überhaupt für jeden Praktiker, der sich in einem außereuropäischen Lande betätigen will, aber sie sind eben von dem jeweiligen Stande des politischen Lebens abhängig und müssen als solche für jedes kleine Gebiet

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