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Wirtschaftsgeographie von Afrika / von K. Dove
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Siebentes Kapitel. Die afrikanischen Inseln.

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Erzeugnisse des Bodenbaues und der Viehhaltung hervorbringen. Sodann aber sind auch von seiten der Nationalökonomen eine Reihe unerläßlicher Forderungen durchzusetzen. Wenngleich ich grundsätzlich die national­ökonomische Seite des Wirtschaftslebens in diesem Buche nicht berück­sichtigt habe, muß doch daran erinnert werden, daß staatswirtschaftliche Maßnahmen an die natürlichen Grundlagen des wirtschaftlichen Lebens anknüpfen müssen. Wo Unkenntnis staatlicher Behörden in solchen Dingen z. B. übermäßige Bahntarife geschaffen hat, sind diese in erster Linie nach den Bedürfnissen des wichtigsten Erwerbszweiges, eben der Landwirtschaft, umzugestalten. Nur so lassen sich Zustände vermeiden, wie sie beispiels­halber früher in Südwestafrika herrschten. Kam es doch daselbst vor, daß in Lüderitzbucht europäische Butter verbraucht wurde, während den Farmern die von ihnen erzeugte wegenVerteuerung des Transportes verdarb.

Im einzelnen ist die Hebung mancher Zweige des Landbaues ebenfalls von Bedeutung für den Welthandel. Die Mengen an Zucker und Tee, die die Ostküste hervorzubringen vermag, lassen sich noch ganz außerordentlich steigern. Der Wein, der gegenüber seinem ehemaligen Hochstande im Großhandel mit Europa einen starken Bückgang erfahren hat, kann sich nebst seinem erst seit neuerer Zeit gewonnenen Nebenerzeugnis, den Ro­sinen, abermals seine alte Stellung in der Wertschätzung europäischer Abnehmer zurück- bzw. neu erobern. Kurz, der zielbewußten Arbeit eröffnet sich in Südafrika ein weites Feld, das zu bearbeiten diesem Lande und zugleich den europäischen Völkern reichen Segen zu bringen vermag.

Staatsgebiete und Bevölkerung Südafrikas 1911

Gebiet

Fläche in qkm

Weiße

Asiaten und fremde Farbige

Eingeborene (abgerundet)

Zusammen (abgerundet)

Südrhodesia 1 ) ....

391000

23 606 3 )

2 912

771 000

798 000

Betschuanaland . . .

712 000

1692

124000

126 000

16928

1083

99 000

100 000

Basutoland.....

26 658

1396

402000

403 000

Transvaalkolonie 2 ) . .

286003

420 562

45 800

1220000

1 686 000

Oranjefreistaat 2 ) . .

125 200

175189

27 161

326 000

528 000

Natal mit Sululand 2 ).

93 676

98114

144 531

953 000

1 196 000

Kapkolonie 2 ) ....

717 388

582377

462 700

1520000

2 565 000

Deutsch-Südwestafrika

835100

13092

1800

160 000

175 000

Summe

3 203 953

1 317 111

684 904

5 575 000

7 577 000

Mittlere Dichte 4 ) auf

1 qkm......| | 0,4 | | | 2,4

Siebentes Kapitel.

Die afrikanischen Inseln.

Die afrikanischen Inseln bilden keine gesonderte Wirtschaftsprovinz. Zwar übertreffen sie an Größe diejenige des nordafrikanischen Ostens,

*) Fläche nach A. Supan.

2 ) Staaten der südafrikanischen Union.

3 ) Das tropische Nordrhodesia dagegen nur 1497.

4 ) Die mittlere Dichte ist auch für die Weißen gegeben, da diese Zahl in einem weißen Wirtschaftsgebiet 1 ' von besonderer Bedeutung ist. Die Dichte der Weißen beträgt selbst in der Union trotz der langen Dauer ihrer Besiedlung heute noch nicht mehr als 1.