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Wirtschaftsgeographie von Afrika / von K. Dove
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Erster Teil.

reiches Kamerun mußte 1912 trotz der verhältnismäßig geringen Zahl von weißen Bewohnern für 300000 M. Bau- und Nutzholz von außerhalb be­ziehen.

Dagegen bergen die Wälder Afrikas eine Fülle hochwertiger, für Möbelherstellung und ähnliche Verwendung sehr geeigneter Nutzhölzer. "Wenn diese bisher noch nicht entfernt in einer dem natürlichen Reichtum der Waldlandschaften entsprechenden Menge zur Ausfuhr gelangten, so liegt das lediglich an Transportschwierigkeiten und an der Höhe der Frachten. Der Wert afrikanischer Hölzer ergibt sich daraus, daß in Ham­burg 1912 für Mahagoni vom Kongo 135180 M. für 50 kg (nach H. Büchel) gezahlt wurden.

Der Holzhandel wird sich am ehesten in der Waldzone von Äquatorial­afrika, also vom Guineagolf und dem Kongogebiet aus beleben lassen. Doch kommen auch einzelne andere Gebiete in Betracht, so z. B. für das Ebenholz auch Madagaskar. Die Ausfuhr, die zunächst fast ganz auf den Erzeugnissen der in der Nähe der Küste oder in bequemer Ver­bindung mit ihr gelegenen Ländern beruht, erreichte im Jahre 1910 von den um den innersten Golf von Guinea sich lagernden Ländern den Wert von 3% Mill. M. Beinahe drei Fünftel dieser Summe kamen allein auf die Ausfuhr des Gabungebietes.

Schließlich darf eine Pflanze nicht unerwähnt bleiben, die für einzelne nordafrikanische Landschaften eine gewisse Bedeutung erlangt hat. Dies ist das in den Steppen dieser Länder gedeihende Haifagras, das namentlich von der englischen Papierindustrie sehr begehrt ist. Die mit diesem Ge­wächs bestandenen Flächen sind recht ausgedehnt. Algerien führte 1911 für 5% Mill. M. aus; hier und in Tunis schätzt man die Haifafläche nach M. Schanz auf 1500000 ha.

Siebentes Kapitel.

Die Bedeutung der Tierwelt für die Wirtschaft Afrikas.

Wenn auch, wie wir sahen, die Vorstellung durchaus falsch ist, daß Afrikas ursprüngliche Pflanzenwelt wirtschaftlich wertlos sei, so tritt der Weltteil doch gegenüber den üppig bestandenen Ländermassen Süd- und Südostasiens sowie des südlichen Amerika in den Hintergrund. In einem ganz anderen Lichte dagegen erscheint er uns, wenn wir ihn in seiner Eigenschaft als die Heimat größerer Tiere zu würdigen suchen. Dann kann man den Satz verfechten, daß kein anderer größerer Teil der Erde eine wirtschaftlich der seinen gleichwertige Tier­welt besessen hat und noch besitzt. Und weil dieser ursprüng­liche Reichtum an wertvollen Lebewesen doch zu allererst auf geographischen Grundlagen beruht, darf man der freilich durch die Einflüsse der Europäerkultur stark veränderten Fauna auch für das bereits beginnende Zeitalter der wirt­schaftlichen Erschließung unbedenklich eine außerordent­liche Bedeutung beilegen.

Es verlohnt sich um des Verstehens der wirtschaftlichen Notwendig­keiten willen, sich die in diesem Falle maßgebenden Züge des afrika­nischen Geographie zu vergegenwärtigen. Das Fehlen hoher Gebirgszüge und überhaupt hoher Landschaften von bedeutender Ausdehnung und