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Wirtschaftsgeographie von Afrika / von K. Dove
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Erster Teil.

freilich nur angenäherte Wert der Gesamtausfuhr von Afrika wird für das Jahr 1911 auf rund 2460 Mill. M. angegeben. Bringt man von dieser Summe den Wert jener beiden Mineralien in Abzug, so verringert sie sich auf ungefähr 1500Mill. M., zeigt also noch deutlicher als vorher die eingangs betonte Rückständigkeit der landwirtschaftlichen Gütererzeugung. Daß diese unter dem Übergewicht der bergmännischen Produktion in den Ursprungsländern des Goldes und der Diamanten sogar in mancher Hin­sicht benachteiligt wird, werden wir später sehen.

Viertes Kapitel.

Der Einfluß des Klimas auf das Wirtschaftsleben.

Viel mehr als alle in Umriß und Aufbau uns entgegentretenden Eigen­tümlichkeiten wird die Produktion durch die Eigenart des Klimas beein­flußt. Im großen und ganzen sind es in erster Linie die Temperatur und die Niederschläge, von denen die Gütererzeugung eines Landes abhängt. Obwohl Afrika, wie wir sahen, gleichmäßig zu beiden Seiten des Äquators sich ausbreitet, ist die Breitenlage allein doch schon verschieden genug, um einige nicht unwesentliche Unterschiede in der Temperaturentwick­lung hervorzurufen. In der Temperaturhöhe dagegen kommen infolge der Breite keine so großen Verschiedenheiten zustande, wie sie durch die Er­hebung über den Meeresspiegel hervorgebracht werden. Namentlich gilt das von den Sommertemperaturen, die ja für das Leben der meisten Pflanzen von besonderer Bedeutung sind. Die Gleichmäßigkeit der Wärme­grade erkennen wir am sichersten beim Vergleiche dreier im Osten ge­legener Orte, da die Küstentemperaturen am Atlantischen Ozean durch örtliche Erscheinungen stark beeinflußt werden.

Temperatur in

Celsiusgraden.

Zahl der fUh. Monate iiMit,

Breite

Wärmster

Kühlster

abgerundet

Jahr

Monat

Monat

20» Mittel-T.

32» N.

20,3«

26,0«

14,1»

6

5« S.

25,6«

27,4»

23,4«

12

30« S.

21,3°

24,7°

17,8»

8

Alexandrien Tanga

Port Durban

Wie man sieht, sind nicht allein die Sommertemperaturen trotz des großen Breitenunterschiedes nicht sonderlich groß, sondern auch die Wintermittel nicht gerade auffallend verschieden. Auch genügt die Zahl der sehr warmen Monate in den tieferen Lagen fast überall, um einer Reihe von Gewächsen wärmerer Zonen die Möglichkeit der Blüte und der Frucht­reife zu gewähren.

Eine erste und wichtigste Folge dieser Afrika eigentümlichen Tem­peraturverteilung ist die Möglichkeit, bestimmte nicht unbedingt an sehr hohe Wärmegrade gebundene Kulturpflanzen überall zu ziehen. Nament­lich solche, bei deren Anbau es mehr auf genügende Sommerwärme als auf tropische Wintertemperaturen ankommt. Z. B. gedeihen die Baum­wolle, ferner Zuckerrohr, Kaffee, Tee, endlich Nährfrüchte wie Reis, Mais und die Banane in den meisten Niederungsgebieten, soweit die Regen­menge es zuläßt. Einer gewissen Ähnlichkeit in der Bodenkultur begegnen wir daher an fast allen Küsten, den Südwesten und den äußersten Süden des Weltteils ausgenommen und man kann deshalb die für Afrika so be-

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