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Der koloniale Verkehr Deutsch-Ostafrikas : ein wirtschaftsgeographischer Versuch / von Johann Gottfried Benndorf
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Regenzeit tritt täglich einige Stunden Windstille und klares Wetter ein, ja die Fernsicht ist sogar am besten in dieser Jahreszeit (19, 50). Platz­regen, Gewitter, Wirbelsturm können vorher rechtzeitig bemerkt werden, so daß der Abstieg erfolgen kann, ehe die Gefahr herangekommen ist. Auch die ausgedehnten Überschwemmungen der Regenzeit dürften keine Schwierig­keiten bereiten, wenn man Wasserflugzeuge verwendet. Das Relief des Landes mit seinen weiten Ebenen dürfte dem Flugverkehr nicht ungünstig sein.

Das Flugzeug wird daher wahrscheinlich, wenn wieder Zeiten ruhiger z kolonialer Entwicklung gekommen sind, auch im Verkehr der Schutzgebiete eine Rolle spielen. Ist es doch mit seiner großen Geschwindigkeit gerade in Afrika, wo es gilt, des unermeßlich weiten Raumes Herr zu werden, von < großer Bedeutung, und, je vollkommener wir unsere Schutzgebiete mit Ver­kehrsmitteln ausstatten, desto wertvoller werden sie uns als Kolonien sein.

Ausblick.

Wer die Verkehrsmittel eines Landes besitzt, beherrscht dieses Land" unsere Kolonialpoliiik hat leider erst spät dieses Wort Friedr. Lists be­herzigt, und lange Zeit war die Entwicklung des deutsch-kolonialen Verkehrs hinrer der in anderen Kolonien zurückgeblieben. Um so schwerer ist sie von dem plötzlichen Abbruch, der durch deu Weltkrieg gebracht wurde, betroffen worden. Wir können nur hoffen und wünschen, daß der Zeitpunkt bald kommt, an dem wir den Ausbau unseres Kolonialreiches wieder aufnehmen können, um ihn mit demselben Erfolg weiterzuführen wie in den letzten Jahren vor dem Kriege. Ob es allerdings dieselben Ziele sein werden, die der zukünftige deutsch-koloniale Verkehr zu verfolgen hat, ist fraglicb. Es werden andere und neue Probleme zu lösen sein, gehen unsere Wünsche nach Erweiterung unseres Kolonialreiches in Asrika in Erfüllung. Das deutsch-ostafrikanische Verkehrssystem wird dann hoffentlich zu einem trans ­kontinentalen werden, das einer neuen wirtschaftlichen Aufgabe dient: der Erschließung des großenDeutsch-Mittelafrika"!

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