Abb. 'so, Frauen ans der Masengrnppe Figig.
26. Das schöne Geschlecht.
Stellung der Frau in Marokko. — !?erberische Redensarten. — Hochzeit im Dnar. — Einehen und Liebesheiraten. — Aleidnng der Lerbcrfrau. — Frauenkult der alten Manren. — Maurische Hochzeitsbräuchc. — Brautprcise. — Toilettcfragen. — Negerinnen. — Die Jüdin. — Der Harem.
m Sultanat des Westens genießt das Weib mehr Freiheit als in östlicheren Ländern des Islam. Bei freien Berberkabilen spielen sie eine Rolle ähnlich der bei stolzen Tuarikstämmen in der Sahara und haben — so beispielsweise im Ris — mitunter nicht geringen Einfluß auf Stammesbeschlüsse. Der städte- beroohnende Maure allerdings sieht im Weib nur ein Spielzeug.
Vier Fünftel der Bevölkerung des heutigen Marokko aber sind Berber, sie hegen und schätzen das Weib, besonders in den Bergen des Atlas, als gleichberechtigte Lebensgefährtin, die in Redewendungen des täglichen Lebens vielfach auftritt. Den: jungen «Lhemann wünschen die Freunde: „Sie bevölkere dein Zelt!" (mit Rindern). Wenn eine Tochter geboren wird, sagt man dem Vater: „Möge sie Glück bringen!" Stirbt eine Frau, tröstet man den Witwer: „Halte deinen Schmerz, auf daß Gott den Verlust ersetze!" Auch sonst beziehen sich viele berberische Redensarten auf das Weib. „Bevor die Frau geboren hat, ist sie Geliebte, hernach Mutter!" — „Line untätige Frau ist gleich der Biene ohne Honig." — „Das schönste Weib mußt du weggeben, um
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