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Kreuz und quer durch Marokko : Kultur- und Sittenbilder aus dem Sultanat des Westens ; Mit 1 Taf., 163 Abb. im Text und 1 Übersichtskt. / Von Otto C. Artbauer
Entstehung
Seite
163
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2l. ZaS et Oarud.

Der Rest arabischen Rittersinne-. Zn Fes und Tanger. Neugierige ani Marschan. Uasani, Reisuli, Abd es Sadak, L?adsch Ali bu Talcb. Europäer und Juden. Muhasnia. Raum ans dem Innern. Lhmasileute. Zwischenfällc. Line scherifische Rotte. Uld Menebhi. Freibahn. Zwei­kampfspiele. wilde Zagd. Abendruhe.

er Atlasbewohner ist ein rauhes Menschenkind. Anders änßert er Freud und Leid als der Bewohner des überkultivierten Europa. Bei festlichen Gelegenheiten, sei es ein Religions­fest, sei es erfochtener Sieg oder ehrender Besuch, stets reiten Marokkaner ihr Lab el Barud, das tolle pulverspiel. Vielleicht ist es auch ein letzter Rest kriegerischen Geistes der Ahnen, die einst Königreiche zer­trümmert und errichtet hatten. Dieser ritterliche Sinn hat das Reiterspiel wohl auch in einer Weise ausgebaut, wie man es im Gsten nicht kennt. Fantasia wird geritten, soweit stolze Araber auf edeln Rossen sitzen, aber nirgends so toll, so sinnerregend, so leidenschaftlich wie im Atlas.

Häufig wird das Pulverreiten von Heerführern oder wohlhaben­den Würdenträgern veranstaltet, die sich für einige Zeit das Wohl­wollen ihrer Leute sichern wollen. Daher sind auch dort die glänzendsten, wo die vornehmsten Mauren weilen, nämlich in Fes und Tanger. In der Hauptstadt findet das tolle Reiten an der Großen Mauer vor der Machsenia statt, in Tanger am Marschan oder auf der playa. Lines der letzteren sei geschildert.

Im christengeplagten Tanger. Von allen Seiten kommen stolze Reiter aus dem Innern, auf riesigen Maultieren und herrlichen Pferden mit silbergestickten Sätteln und Zaumzeugen. Da sind Vertreter des Beni Hasscin und der Fasi, der Sauani und der Beni Arus und wie sie alle heißen, die das Hinterland bewohnen. Aber nicht nur aus dem Bled el Mcichsen, dem der Regierung unterworfenem Land, auch von unabhängigen Stämmen eilen die Reiter herbei. Auch ewig unruhige Andschera und nicht minder unbändige Thmasileute kommen angerückt, Bergbewohner auf kleinen zähen Alevpern, wilde gebräunte Gestalten in rauher Dschelabba, während Männer aus der Ebene in farbenprächtigen Gewändern erscheinen. Bleichsichtige Mauren in vornehm weißen Fokhan und braune Berber, kohlschwarze Söhne süd­licher Gebiete, die hier zu Amt und Würden kamen, dazwischen Leute, die von alters her in Ansehen standen, und solche, die ein Glücksfall in dem an Wechselsällen so reichen Marokko emporgebracht. Alle Alassen derobersten Zehntausend" des Scherifats sind vertreten, wer nicht selbst mitreitet, kommt doch als Zuseher.

Am unteren Lnde des wohl einen Kilometer langen Marschan steht das kugelgekrönte Zelt der Uasani, des uralten Geschlechtes

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