Abb. N2.
19. Heitigenumvesen.
Zweierlei Heiligenschein. — Die Schörfa. — Geschlecht der Uasani. — Der Maurenpapst. — Dessen Linflus;. — Mhainmcd Ma el 2linin. — Sein l^crrschgebiet i>n Süden. — Mulai I^ussain l^ischann. — Si bcn Daud. — Die Baraka. — Ivandcr- hciligc. — Anmaßung und Verrücktheit. — Zweifelhaftes Acnßere. — Begrenztes ^ciligtuin. — Aubba und Sanja. — Nlulai Idris uird ülulai Abd es Slain.
heilige grauen.
irgends in der Welt des Islam treiben religiöser Starrsinn und Zelotentum krassere Blüten als in Marokko, In keinem mohammedanischen Staatengebilde weilen so viel wirklicher und angeblicher „heiliger" von mehr oder minder dunkler Abstammung wie in diesem Ulestbollwerk der Arophetenlehre, jeder dritte Sterbliche leitet seine Herkunft von irgendeinem unauffindbaren Scherifengeschlecht ab. Nun gibt es erworbenen Heiligenschein, dessen Trüger durch übcrfrommen Lebenswandel oder andere Umstände — etwa Geistesschwäche — sich von den lieben Mitmenschen auszeichnet, und religiösen Adel, der sich vom Vater auf den Sohn vererbt, die sog. Scherifenwürde. Beide Vorzüge werden von glücklichen Besitzern möglichst ausgenützt, um auf Aostcn frommer Glaubensgenossen weidlich faulenzen zu können.
Am zahlreichsten, viel dichter gesät als selbst im vielheiligcn Mekka, sind die Schörfa. In jeder Stadt, am Flachland, in den Bergen des Atlas weilen unzählbare Scharen, ja es gibt tatsächlich ganze Stämme, die von einem einzelnen Scherifen abzustammen behaupten, also samt und sonders gleichfalls heilig sind..So die Uriachli im Rif, die Beni Rasem jenseits der schneegekrönten Atlashänge, von
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