5. DorfteKen.
Ferka, Tribu. Suawach. — Lran^senhaß. — Ziegenhaarzelte und Sweighiitten. - Der ^ckih, seine Msib und die Tolbas. — „IliscKasII-iK du äetkamuli!" — Das Tagewerk. — Einehe. — Nualla cd Dschaffa. — Die heilige Gastfreundschaft. —
Nachtleben im Duar.
rm, sehr arm siud die Landbewohner des Scherifats. In weit auseinanderstehenden Dörfern Hausen die Stämme, immer zahlreiche, durch Verwandtschaft aneinandergefesselte Familien beisammen, ein wohlhabendes Familienoberhaupt wird zum Scheik der ganzen Ortschaft gewählt. Mehrere Tschor oder Duar bilden eine Ferka, eine Stammesunterabteilung, die wieder einen Aaid kürt. Diese einzelnen Teile, die nicht immer friedlich nebeneinander Hausen, bilden erst den Stamm, dessen Einheit in arabischer Sprache Tribu, bei Berbern Aabila genannt wird. Selten steht ein Großkaid dem ganzen Stamme vor, noch seltener treten mehrere zusammen und bilden dann einen achtunggebietenden Aörper, mit dem jeder marokkanische Machthaber rechnen muß. Line der berühmtesten Vereinigungen dieser Art war die Suawach auf algerischem Boden, die den französischen Eroberern lange Zeit heiß zu schaffen machte. Davon stammt das Wort Zuaven. Die marokkanischen Berberstämme jedoch sind zu unbändig und kampfesfroh, um sich auf die Dauer zu vertragen. Fortwährend herrschen größere Fehden in irgendeinem Teil Marokkos, fast überall kleinere. Immer haben einzelne Familien in jedem Stamme Blutrache auszutragen mit Stammesgenossen oder Angehörigen anderer Rbail. In einem aber sind alle einig, vom äußersten Südwinkel bis hinauf nach Tanger und an die Gstgrenze: glühender, unauslöschlicher Haß beseelt sie gegen Franzosen, Wut und Verachtung gegen Spanier. Herausforderndes Auftreten anmaßender Gallier und dreister Hidalgos, militärische Übergriffe an den Grenzen der spanischen presidios und des französischen Algerien, Anmaßungen in europäischem Handel geöffneten Aüstenstädten und fortwährende diplomatische Vergewaltigungen, von denen das Volk gar schnell erfährt, schüren Franzosenhaß und Spanierverachtung immer von neuem. Nur zu gut hat des Marokkaners gesunder Sinn schon vor Jahrzehnten die Absichten der Republik auf seine Heimat erkannt, wohl viel früher, als alle Diplomaten des überzivilisierten Europa! Besonders an der algerischen Grenze wohnende Stämme haben unendlich zu leiden unter angeblich „zur Bestrafung raublustiger Harkas" unternommenen Expeditionen. In ganz Marokko legen die Dörfer emsig jeden Duro zur Seite, um in den ersehnten Gemeinbesitz eines oder mehrerer guter Mehrlader zu gelangen! Moderne Mausergewehre