schon schwer zu zügelnden Stämme würden immer sofort losschlagen, wenn sie ihre Bedrücker irgendwo beschäftigt wüßten, und Ströme Aolonistenblutes würden von der Syrte bis zum Atlant vergossen sein binnen wenigen Tagen. Tausende Landeskinder und Milliarden Goldes würde die Wiedergewinnung der Staatengebilde kosten, vorausgesetzt, daß Frankreich nach Beendigung eines auch glücklichen Arieges die Araft hierzu hätte. Berberblut ist noch schwerer zu beugen wie arabisches!
3. (Marokkanische Judenviertee.
ic Mellachs marokkanischer Städte. — Deren Verwahrlosung. — Übervölkerung. — Krankheiten. — Inneres jüdischer Häuser. — Hamilicnszcncn. — NIchrchc. — Stellung der Juden im Sultanat. — Jüdische Gastlichkeit. — Friedhöse. — Die ^Ilisncs isr-rslits. — Entstehen der Iudenviertcl. — Bedrückungen.
ede größere Ortschaft des islamitischen Westens hat eigene » Räume für Juden. Mellach, d.h. unreiner Boden, nennt es der Marokkaner, während Bewohner Tunesiens und Tri- politaniens kurzweg den Ausdruck „hara "gebrauchen, Stadtteil. Marokkos größtes Iudenviertel ist das zu Marrakesch, der südlichen Landeshauptstadt, das fast die Hälfte der etwa 50000 Einwohner beherbergt. Bedeutend sind die von Fes und Mogador mit je ö—7 000 Aövfen, dann erst kommen alle anderen. Überall ist der jüdische Stadtteil scharf getrennt von dem der Mohammedaner, nur in Tanger, in der „Stadt der Hunde", ist strenge Absperrung längst aufgehoben. Vor wenigen Iahren noch hütete sich jeder fromme Rechtgläubige, seinen Fuß iu die Straßen des „verfluchten Bodens" zu setzeu, mußte der Iahudi die schwarzen Pantoffel ausziehen, wenn er sein viertel verließ, um Maurenquartiere zu betreten, heute hat sich auch das geändert, wie so vieles im Scherifat.
Die Verwahrlosung jüdischer Stadtteile geht ins Unbeschreibliche. In den meist überdeckten Straßen bilden Aehrichtabfälle wahre Berge, sie selbst sind in so vernachlässigtem Zustand, daß jeder aufseufzt, der
Abb. ^s. Zudentypen ans INckines.
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