Vom Silbergerät des Hauses SeewKrt
von z. 5ocKe
lltes Silbergeschirr hat sich in vremen nirgends in so ^ zahlreichen Stücken erhalten wie beim Hause Seefahrt. ^ Nicht daß es sich um besonders teure und Kostbare > Sachen dabei handelte. Hber als eine große Selten- ! heit muß man doch die siebzehn zum Heil vergoldeten, mit eingravierten Wappenschildern umkränzten, fußhohen vecher ansehen, von denen man weiß, daß sich mit ihnen Kluge Reeder und brave Seefahrer bei ihren besten seit ein paar Jahrhunderten zugetrunken und Kräftig Kescheid getan haben. Um diesen vecherbestand, den Kern des Silberschatzes, reihen sich stattliche andere Stücke aus alter und neuer Zeit.
Herr Konsul Carl Theodor (Delchers hat die Freundlichkeit gehabt, dem Historischen Museum Nachbildungen von sieben besonders charakteristischen, älteren Stücken des Seefahrtssilbers zum (ZeschenK zu machen. Diese außerordentlich wertvolle Zuwendung, die das Museum Kürzlich in der Schiffahrtsabteilung zur Ausstellung bringen Konnte, gibt Proben bremischer Silberarbeiten aus fast anderthalb Jahrhunderten und bietet willkommenen Nnlatz, der Seschichte des Seekahrtssilbers in Kurzen Zügen hier zu gedenken.
Seit wann man im Hause der „armen Seefahrt', die 1545 gegründet wurde, mit dem Sammeln von Silbergeschirr begonnen hat, ist nicht bekannt. Solange aber die Schiffer allein die Verwaltung der Stiftung besorgten, wird von der Anschaffung eines nennenswerten Silberschatzes wohl Keine l^ede gewesen sein. HIs jedoch die Schiffer I5bl vier «vornehme Leute" zu Vorstehern wählten, und von nun an wohlhabende und geschäftserfahrene Handelsherren an die Spitze der Verwaltung traten, änderte sich dies, i^us dem )ahre I5b4 wird über die ersten OeschenKe unter Lebenden, seit I5v5 über die ersten Legate an das Haus Seefahrt