weiteres zu den vürerzeichnungen der Kunsthalle
I.
Zugend-Dildnisse von Dürers Sctttin
von <z. Pauli
der Nürnberger Stadtbibliothek befindet sich das Konzept eines Sriefes, den Wilibald pirckheimer vermutlich Ende des Lahres 1530 an den Kaiserlichen MathematiKus und Baumeister Uschertte in Wien geschrieben hat, ein oft zitiertes Dokument von hohem Kulturgeschichtlichen Werte. Dieser Srief hat die Dürerin um ihre Deputation bei der Nachwelt gebracht, pirckheimer, der doch Bescheid wissen muhte, schildert sie als ein „pofz weib", als eine eifersüchtige, habgierige Keikerin, die ihren guten Mann abgehetzt und schließlich geradezu unter die Crde gebracht habe, Datz er nebenbei ihre Ehrbarkeit und Frömmigkeit ausdrücklich attestiert, läßt sich mit dem I^est seines Charakterbildes doch wohl zusammenreimen — bekanntlich gibt es tugendhafte Drachen - dient aber nicht zu seiner Verschönerung, freilich war pirckheimer damals alt, Kränklich und verärgert, führte auch von jeher eine scharfe Zunge; indessen, sein Zeugnis ist nun einmal das eines Augenzeugen und zum Schaden der Dürerin das einzige, das uns über ihr Wohlverhalten zugekommen ist.
Dürer selbst hat in seinem Künstlerischen und schriftlichen Nachlaß von seiner Sattin nicht viel Aufhebens gemacht. Kein einziges Mal bedenkt er sie mit den liebevollen Seiworten, mit denen er bei Vater und (Dutter nicht Kargt. Die Tatsache seiner Vermählung wird von ihm Kurz und trocken registriert. Said nach der Verheiratung begibt er sich allein auf eine Kurze Studienfahrt nach Venedig und Kehrt elf ^ahre später zu längerem Aufenthalte abermals allein dahin zurück. Die