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Was zunächst die Frage nach einer plastischen Tradition in Bremen anbetrifft, so sei noch einmal die >>eihe des X)orl)andenen überblickt. Ls besitzt unsere Stadt (abgesehen von dem romanischen Relief einer Schlüssel und Buch haltenden, bartlosen, thronenden fbeiligengestalt (St. Petrus?), die vermutlich in das Cvmpcmon der s!ordturms-Pforte gehört und jetzt in der OstKrvpta des Domes aufbewahrt wird) die rein gotischen Steingestalten von fünf Klugen und törichten Jungfrauen, die einst zusammen mit einer Krönung (Dariae und vier verloren gegangenen Ge- stalten unter den Kleeblattförmigen Blendbögen der Westfront unseres Domes standen. (Hakel I.) freute befinden sie sich im sogenannten Domsumgang. Diese — leider sehr stark verwitterten ^ Figuren sind in mehrfacher Einsicht recht merKwürdig^ Zunächst, was die t^lrt ihrer ursprünglichen Aufstellung betrifft. Sie standen an einer Kirchenfront, die, trotzdem sie nicht viel früher als um 1300 entstanden sein Kann, noch durchaus die Formengebung des sogenannten Obergangsstils verrät, was durchaus der westfälisch-niedersächsischen Zurückgebliebenheit in diesen Dingen entspricht. Während noch die Konsolen, auf denen sie Platz gefunden hatten, in ihrer schmucklosen, ohne gotisches Laubwerk ausgestatteten Bildung durchaus im Geiste der stilistischen Behandlung des Westbaues gehalten erscheinen, besitzen die Gestalten selbst Keineswegs den noch gebundenen, spätromanischen Charakter, wie ihn etwa die — doch schon aus der zweiten Wülfte des dreizehnten Jahrhunderts stammenden — Figuren der (Dllnsterer Vorhalle oder des paderborner Portals aufweisen, welche ebenfalls unter Kleeblattblendbögen Platz gesunden haben. Sie sind im Gegenteil als durchaus hochgotisch anzusprechen und gehen insofern Keineswegs mit ihrer architektonischen Umgebung Konform. Seltsam berührt auch die ikonogrciphisch unkorrekte Fünfzahl, die sich aus einigen Klugen, einigen törichten Jungfrauen zusammensetzt, seltsamer noch die Aufstellung an der Mauer der Westfront über der Fensterrose. (Don ist gewohnt, die zehn Klugen und törichten Jungfrauen an den Seitenwangen der Kirchenportale oder doch in enger Verbindung mit der Portalarchitektur zu sehen. Während Frankreich allerdings seine Westfronten unter Umständen mit einem ikonographisch wohlüberlegten FigurenzyKlus ausstattet, in dem die sogenannte Königsgalerie etwa der Stelle entspricht, die die fünf Jungfrauen am Bremer Dom einnehmen, bleibt die deutsche Baukunst in dieser Einsicht zurückhaltend und nimmt erst mit der Ausbildung des gesamten dekorativen Apparates der Hochgotik den Massenverbrauch gotischer Statuen und Statuetten auf, die unter ihren Fialen und Baldachinen gleichsam in der Gesamtheit des