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lZericbt der StadtbibliotKeK über das )akr 1908
Oer Bücherbestand der Stadtbibliothek ist im verflossenen Rechnungsjahre um 2640 Bände gewachsen. Unter den gekauften Neuerwerbungen seien die folgenden Werks hervorgehoben: tZ. Lohen, vescription historique des monnaies krappöss sous l'empire romain (1880 92), 5>. 5urtwängler, Die antiken Lemmsn (1900), die zweite Ausgabe des Oictionarv of national biography, von der bis jetzt 9 IZände erschienen sind, die Festschrift zur 70. Wiederkehr von (Zustav Schmollers (Zeburtstag: Die Entwicklung der deutschen Volkswirtschaftslehre im 19. Jahrhundert (1908), die von Karl BirKmever, 5ritz van LalKer und anderen herausgegebene Vergleichende Darstellung des deutschen und ausländischen Strafrechts (1906 1903) und eine Sammlung von 52 bremischen fzochzeits- und clrauer- gedichten aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die unseren außerordentlich reichen Besitz an derartigen Schriften in erfreulicher Weise vervollständigt, vis Unterrichtskommission des IZohen Senats überwies dem Institut u. a. das von (Dax Baumgärtel herausgegebene prachtwerk: Die Wartburg, ein Denkmal deutscher Geschichte und Kunst (1907). Von 5rau Maris Weinlig wurden Programme der privat-, Abonnements- und philharmonischen Konzerte aus der Zeit von I3ZZ- 1908 geschenkt. Linen Schrank mit papieren, die auf den Astronomen Olbers und dessen 5amilis Bezug haben, übergaben seine LnKel der Bibliothek für immer. lZerr Professor vr. vrenning in Lage schenkte den literarischen Nachlasz Ludolf Wienbargs, der von ihm im „Luphorion" besprochen und zum ?Ieil veröffentlicht ist. Weitere Stücke der gleichen 5>rt wurden der Bibliothek von fzerrn Pastor Büttner, einem LnKel der Schwester Wienbargs, als (ZeschenK überwiesen.
Lntliehen wurden von 10 395 Personen 26108 Bände. Den Lesesaal besuchten 5715 Personen, die I359I Bände benutzten. Segenüber den groszen venutzungsziffern von VolKsbibliothsKen und Lesehallen erscheinen diese Zahlen freilich gering. Die Verhältnisse liegen jedoch bei diesen Instituten ganz anders als bei Bibliotheken mit wissenschaftlichem (ZrundcharaKter durchweg, vie in der Tiegel leichtere Zugänglichkeit, die meist Kürzeren Leihfristen, die Anschaffung mehrerer Cxemplare vieler Werke Kommen hier ebenso in Betracht wie der gröszere Umfang des Interessentenkreises kür das (Zebiet der schönen Literatur, die bei diesen Instituten naturgemäsz viel stärker hervortritt als bei wissenschaftlichen Bibliotheken. Cin anderer Vergleich liegt nahe, vie musterhaft verwaltete Stadtbibliothek in Mamburg, deren vändezahl, Vermehrungsetat und Personal rund dreimal so grosz sind wie die der hiesigen Stadtbibliothek, hat im Jahre 1907 bei einer etwa fünffach höheren Zahl von Besuchern des Lesesaals, die etwa doppelt so viel Bände benutzten wie die Besucher unseres Lesesaals im letzten Rechnungsjahre, an 9380 einheimische 256IZ Bände verliehen, wozu noch rund 1400 Verleihungen nach auswärts Kommen. Das stimmt mit unserem entsprechenden Lrgebnis des letzten Rechnungsjahres nahezu übcrein.