Lin Semälde von Ldouard (l^anet
in der Dremer ^unstt)alle
von C. XValdmann
n Ldouard (Nanet erblickt man heute den Begründer der modernen französischen Malerei. Schulbildend aber, im engeren Sinne des Wortes, ist er nicht geworden. Unabhängig, wie alle Großen, war er so ausgesprochen in seiner Eigenart und so erschöpfend in der Erfüllung seiner Aufgabe, daß jeder, der ihm zu nahe Kam, unbedingt ein bloßer Nachahmer hätte werden müssen. Von seinem Eigentlichsten liesz er nichts zum Ausbauen übrig. Alle seine Zeitgenossen, die Impressionisten, sind unter sich jeder dem andren ähnlicher, als gerade ihm. Aber nichtsdestoweniger ist er doch der große Pionier gewesen, der neue Wege gewiesen hat.
Cr gab der Malerei neue Ideale: Die Ideale von Licht und 5arbe. Neben einem Vilde von (Nanet sieht jedes andre, auch das farbenfreudigste, aus seiner Generation, dunkel und lichtlos aus. Auch der frühe, der sogenannte „schwarze" (Nanet, bei dessen (Zemälden immer die Leinwand zu großen seilen vom tiefsten Schwarz bedeckt ist, wird von niemand an Reinheit der Jarbe und Helligkeit des Lichtes übertroffen.
Das Neue, das er brachte, war eine ^at nicht nur persönlicher Begabung, sondern auch persönlichen Willens. (Nanet wußte das schon sehr früh. Noch als Schüler sagte er einmal zu seinem berühmten Lehrer Thomas Louture: „Ich mache das, was ich sehe, und nicht das, was Andren zu sehen beliebt." Das Klingt gereizt, und war es auch. Wer das äußerte, der mußte fühlen, wozu er berufen war, und in der ^at war (Nanets Fortschritt gegenüber seinen Vorgängern und Zeitgenossen ungeheuer. Cr bestand, ganz allgemein gesprochen, in der deutlicheren Illhlbarmachung der Erscheinung, der phänomenalität in den Dingen, im stärkeren (Zrad des Impressionismus. Lourbet, der größte von (Nanets Zeitgenossen, gab seinen Geschöpfen mehr Realität. Cr wetteiferte mit