Einiges über Haarpflege und Kopfstützen bei Naturvölkern
von Zc>h. v^eitzenborn.
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sin DauptschmucKstück der ethnographischen Abteilung des Städtischen (Nuseums bildet die Ansiedelung der (Naschu- Kulumbe, die im Lichthofe rechter f)and in durchaus lebenswahrer und den tatsächlichen Verhältnissen in jeder Einsicht genau angepaßter Weise zur Darstellung gebracht ist. Oer Stamm der CNaschuKulumbe, die zu den vantu- Negern gehören und deren Wohnsitze nördlich vom mittleren Sambesi zu suchen sind, wurde zum ersten Male im ^uli 188b von dem verdienstvollen Morscher und AfriKa-I^eisenden Dr. Cmil fzolub besucht und eingehend studiert. Ihm verdankt die wissenschaftliche Welt das zweibändige I^eisewerK: Von der Lapstadt ins Land der (NcischuKuIumbe (Wien 1890), das in eingehender und spannender Darstellung über seine Erlebnisse und Erfahrungen bei diesem grausamen und räuberischen Negervolk Aufschluß gibt.
Die (NaschuKulumbe sind nicht nur in anthropologischer Einsicht ^ man findet unter ihnen ausgesucht schöns (Zestalten, von denen einzelne mit ihrem stolzen Gang und ihren leicht gebogenen Adlernasen Dr. fzolub an römische Patrizier erinnerten - sondern auch vom ethnographischen Standpunkte aus äußerst interessant. Nur eins soll hier hervorgehoben werden, das ist der eigenartige Kopfschmuck, durch den die (Dünner sich auszeichnen und der in einem Kunstvoll hergestellten Lhignon von oft außerordentlicher (Zrötze besteht. In um so auffallenderem Gegensatz zu ihnen sind die 5rauen vollkommen Kahl rasiert, und zwar deshalb, weil jedes Mädchen, sobald es sich verheiratet, nach der herrschenden Sitte verpflichtet ist, dem Satten ihr gesamtes fzaar für seinen Lhignon zur Verfügung zu stellen; und nicht genug damit - auch die Sklaven werden meist rasiert, ebenso die im Kampfe erschlagenen Leinde, um ihr l?aar zu dem Lhignon des Derrn bezw. des Siegers beizusteuern; ja es werden