Die SlocKengietzer Glinge aus Dremen
von I. ?ocke
sutzer zwei Kleinen, schmucklosen romanischen Stocken, > die aus Kuhstedt bei Bremervörde und aus der alten St. Michaeliskapelle in Bremen stammen, besitzt das - Historische Museum noch die stattliche, reich verzierte ! (ZlocKe des Berend Glinge von 145S, deren unterer ! Durchmesser 1,07 m beträgt und deren (Zewicht daher auf etwa 15^16 Zentner zu schätzen ist (^ak. III).
Die (ZlocKe ist angefertigt für das alte WilhadiKirchlein, das mit seinen Ueberresten bis 1860 etwa dort lag, wo sich jetzt die Mitte des Börsennebengebäudes und der Börsenpassage befindet. Die gottesdienstliche Benutzung dieser Kirche hörte mit Einführung der Deformation auf; von 1528 — 98 wurde sie als Zeughaus verwendet und diente dann als Hopfenmagazin („HoppenKarKe"). <^ls I72b der baufällige ^urm abgebrochen wurde, gelangte unsere Stocke in den Ostertorsturm, wo sie als Uhrglocke Verwendung fand.
lhre für diesen niedrigen ilurm erhebliche (Zrötze und ihr Kräftiger Schall werden der (Zrund gewesen sein, daß man nach ihr im X?olKs- munde den Ostertorsturm die „(ZlocKe" nannte. Im Jahre 1828 ward das ^or abgebrochen und die (ZlocKe wanderte - vermutlich mit den im ^urm verwahrten (Gefangenen — in das neugebaute vetentionshaus, von wo sie 1899 an das Historische Museum gelangt ist.
Die (ZlocKe ist das einzige Stück Klingescher (ZietzKunst, das sich in bremischen Sammlungen befindet. Die Glinges beherrschen im 15. Jahrhundert die Lrzgietzerei in Nordwestdeutschland. Von Mitgliedern der Familie Klinge verfertigte (ZutzwerKe — als solche Kommen nur (ZlocKen und Haufgekätze in Betracht — sind in den Hannoverschen Kunstdenkmalen von Mithoff, in den Vau- und Kunstdenkmälern des Herzogtums Oldenburg und in Haupts Baudenkmälern der Provinz Schleswig-Holstein zahlreich aufgeführt. Dr. ^h. Hoch hat im l^epertorium für Kunstwissenschaft, Land IV (1881), S. 157 ff., der (Zietzer-5amilie Klinge von Bremen