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Jahrbuch der bremischen Sammlungen : Jahresberichte des Gewerbemuseums, des Kunstvereins, der Stadtbibliothek
Entstehung
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Zwei bremische Porträte und ihr Maler

CKristian X^olffgang Deimbacb

von e, XValdmann

lie (Zemäldesammlung der Kunsthalle besitzt nicht sehr viele alte Bilder, die als spezifischbremisch" zu bezeichnen sind. Eine bremische Malerschule hat es nie gegeben, Senies haben hier nicht gelebt, und erst im 19. Jahrhundert hat die Stadt einige Künstler hervorgebracht, die in der (Ze- schichte der Malerei einen Platz einnehmen. Man Könnte nun meinen, daß eine so wohlhabende und Kulturell gefestigte Stadt wenigstens auf einem (Zebiete immer eine Künstlerische Tradition besessen habe, auf dem (Zebiete der Bildnismalerei, als dem eigentlichsten Zweige bürgerlicher Kunst. 5iber auch das ist nicht der 5aII gewesen, oder doch nur in sehr geringem Matze. Oer einzige Bremer Porträtmaler des siebzehnten Jahrhunderts, von dem wir Nachrichten und Werke besitzen, Willem ans, genannt SchencK, hat Keine dauernde Beschäftigung hier gefunden. Cr zog es vor, sich sein Brot und seinen heute vergessenen l^uhm im Dienste von Fürsten zu suchen. Oer Verlust dieser Kraft ist aber für Bremen nicht allzusehr zu beklagen. Das grotze Porträt des bllrgermeisterlichen Ehepaares Ohlers, das die Kunsthalle besitzt, erhebt sich jedenfalls nicht über das Niveau der damaligen Porträtkunst hinaus.

Wer den vorhandenen Bedarf an Bildnissen gedeckt hat, wissen wir nicht genau. Die alten Porträte, die sich noch hier und da in 5amilienbesitz befinden, weisen meist einen Zusammenhang mit nieder­ländischer Kunstweise auf; es war ja für die Bremer, die sich porträtieren lassen wollten, auch das einfachste, sich aus dem benachbarten Dolland, dem Stammlande bürgerlicher Malerei, Künstler zu verschreiben. Ge­legentlich hat sich auch wohl einmal ein des Weges Kommender Maler kür eine Zeitlang hier in Bremen aufgehalten, in der Erwartung, bei dem Nehlen jeglicher Konkurrenz leicht Aufträge zu erhalten.