„Indisches" Porzellan auf bremische Bestellung
von 5ocKe
sus einem Kleinen Hause einer unserer Vorstadtstraszen erkielt das Historische Museum die zierliche, auf ^af. Vl abgebildete porzellanschale. Ihr sechseckiger, leicht gewellter l^and hat eine umlaufende Dordüre in goldrot mit Kleinen lilienartigen Verzierungen. <^uf der Rückseite hat sie, vom stände abgesehen, Keine Olasur und zeigt in der Mitte der Vorderseite ein buntfarbiges ^lllianzewappen. Sie ist nicht markiert, ihr größter Durchmesser beträgt 12V2 cm. Die Schale ist ein Erzeugnis der chinesischen oder - was sehr schwer mit Sicherheit zu entscheiden sein wird ^ wohl eher der japanischen Porzellanfabrikation und gehört der Klasse der sogenannten indischen Porzellane an, die in groszer Menge auf europäische Bestellung und oft auch nach europäischer Zeichnung angefertigt über Indien oder lZatavia zu uns gelangt sind.
Das Interessante an dem Schälchen sind die beiden Wappen, die zwei bremischen 5amilien angehören, Das Wappen heraldisch rechts enthält als Wappenfigur den nach rechts schreitenden schwarzen Düren, über der HelmKrons ein wachsendes Wappenschild, rot und weiß geschacht. Das Wappen links zeigt zwei verschlungene Weinstöcke und über der Krone eine I^ebe, die sich um einen Stab rankt. Leide Wappen sind verbunden durch ein blaues lZcmd, das unten und oben zu je einer Schleife geschürzt ist. Das Wappen auf der Mannesseite ist das Vaer'sche, das andere ist das sehr bekannte von s^heden'sche Wappen.
Die Verbindung zwischen lZaer und von Rheden läßt sich nachweisen. Oer Kaufmann Peter Laer, IZauherr zu Unserliebenfrauen, heiratete in dritter Che am 17. Dezember 1754 Caecilia Latharina von Rheden, geboren am 11. Februar 1710, Hochter des Cltermanns Dethard von Rheden und der 51nna geb. Heilmann. Peter Laer starb am 22. Dezember 1778, seine 5rau am 19. 5ipril 1790.