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Jahrbuch der bremischen Sammlungen : Jahresberichte des Gewerbemuseums, des Kunstvereins, der Stadtbibliothek
Entstehung
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Line f)andzeicbnung SoetKes im Wremer ßupferstickkabinett

von <z. 5. kZartlaub

n der Bandzeichnungssammlung der Drewer Kunsthalle befindet sich eine Bandzeichnung (ZoetK.es (No. 806. Ruinen und (Zebüsch"; 27:43 cm.), in Kreide ausgeführt und in den dunklen Partien leicht angetuscht, von der wir (auf ?Iaf. III) eine Reproduktion bringen. Oer linke l^and der Rückseite zeigt eine handschriftliche Bemerkung (Zoethes:Schloß Höchberg bev Emmendingen d. 28. Sept. 79 (Z." Eine Notiz des Senator KlugKist auf dem unteren l^ande geht dahin, datz die Bandzeichnung dem Bremer Kunstverein durch 5räulein Luise Seidler geschenkt ist (und zwar, wie sich mit einiger Sicherheit feststellen läßt, im Jahre 1837. spätestens 1838). Visse Notiz ergänzt sich mit den Angaben des alten Katalogs der Kunsthalle, wonach wir derselben Dame noch eine weitere Schenkung verdanken, das »Ccce Homo" Philipp Veits. Luise Seidler war bekanntlich Kofmalerin in Weimar und stand als solche dem Kreise (Zoethes nahe. Ihren Beziehungen zu Bremen, wo sie sich eine Zeitlang aufgehalten hat, und an das sie eine dankbare Erinnerung be­wahrte, hat die Künstlerin durch die beiden Laben ein nicht unwürdiges Denkmal gesetzt.

Das von (Zoethe bezeichnete Städtchen Emmendingen liegt in Baden in der Nähe von §reiburg. Bekanntlich Kam Eornelie (Zoethe, die 1773 Schlosser geheiratet hatte, von Karlsruhe hierher, wo ihr Satte einen Posten als 5lmtmann angenommen hatte. Bereits auf seiner ersten Schweizerreise, die er mit den genialischen drei (Zrafen Stolberg und Baugwitz unternahm, hatte (Zoethe von Strasburg aus allein einen Abstecher nach Emmendingen gemacht, wo er von den Jungverheirateten nicht eben den Eindruck einer glücklichen Ehe empfing. 5!Is er nach vier Jahren dieselbe Stätte wieder betrat, hatten sich alle Verhältnisse von (Zrund aus verändert. 5lus dem Frankfurter vr. (Zoethe war der