Die ostfriesiscbe Dauernstube in den Sammlungen des Gewerbe-Museums
von Karl Schaeker
'hns die wissenschaftlichen Verdienste der Veröffentlichung j zu verkennen, die der Verband unsrer Architekten- und ^ Ingenieur-Vereine dem Bauernhaus im Deutschen deiche I gewidmet hat, müssen wir doch auch heute noch fest- ! stellen, daß es an einer ausreichenden Untersuchung über l die Seschichte des deutschen Wohnhauses der Stadt sowohl wie des Landes ebenso fehlt, wie an einer Topographie, in der die (Zrenzen der einzelnen, in ihrem Wesen so überraschend mannigfaltigen Hypen des Wohnbaus einigermaßen zuverlässig festgelegt wären. Das gilt auch von dem ostfriesischen Bauernhaus, von dessen Organismus hier die I^ede sein mutz, damit der Sinn der Wohnstube, die vor wenigen Monaten in den Sammlungen des (Zewerbe-tDuseums aufgestellt wurde, gewürdigt werden Kann. Wie weit die ältesten Beispiele des heute noch allgemein üblichen Bautvps in die (Zeschichte zurückreichen, ob sich so wie beim Niedersachsenhause eine LntwicKelung bis zur einfachen Urform des frühen Mittelalters logisch zurückverfolgen läßt, wo die eigentliche fzeimat und wo die Grenzen dieser Bauform liegen, ist bisher Keineswegs genügend aufgeklärt. Das zwingt mich, auch diese Darstellung auf das Wesentliche des ?Ivps zu beschränken, soweit eine Kenntnis seiner ssormen zum Verständis der I^aumcmordnung und besonders des fZauptwohn- gelasses, um das es sich hier handelt, unerläßlich ist.
Ostkriesland ist das Küstengebiet von der holländischen Grenze bis gegen den ^adebusen hin. vis Kreise Leer, Cmden, 5lurich und Wittmund und das oldenburgische ^evsrland sind es, in denen wir dem ostfriesischen Hause begegnen: in Butjadingen ist es bis an die Wesermündung vorgedrungen, und es scheint, daß seine wirtschaftlichen Vorzüge im letzten Jahrhundert ein starkes Vordringen seiner Normen in altes Sachsengebiet zur 5olge gehabt haben. Die weiten (Dorschen an den flachen Ufern der See und der breiten Flußmündungen zwischen Cms und ^ade, niedrig