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Jahrbuch der bremischen Sammlungen : Jahresberichte des Gewerbemuseums, des Kunstvereins, der Stadtbibliothek
Entstehung
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Zum lZeginn

kei jeder neuen literarischen Unternehmung wiederholt es sich, daß die Herausgeber nicht ohne Pathos beteuern, sie mutzten einem allgemein empfundenen Bedürfnis genügen, vas arme Publikum! Als ob die 5lut der fortlaufend erscheinenden Literatur noch nicht hinreichte, um den brennendsten Lesedurst zu löschen! Wenn wir dennoch eine neue Zeitschrift hiermit der Öffentlichkeit übergeben, so beeilen wir uns, zu gestehen, daß ein Bedürfnis hierfür zunächst von uns, den Herausgebern, empfunden werde. Wir hegen den Wunsch, die Teilnahme an den Sammlungen, den Büchereien und Archiven, die wir zu verwalten berufen sind, bei unsern Mitbürgern zu steigern, denn wir sagen uns:Was man nicht nützt, ist eine schwere Last." Die Werte, die wir aufspeichern, liegen brach, so lange sie nicht in Anrsgungs- werte umgesetzt werden, Ja, ein historischer oder organischer Zusammen­hang wird erst dann zur Wahrheit, wenn wir ihn erkennen, die edle 5orm erst dann zur Schönheit, wenn wir sie genießen. So dürfte es denn allerdings eine ersprießliche Aufgabe sein, unseren Mitbürgern Kulturwerte nahezubringen, die sie besitzen, ohne sie zu Kennen oder doch, ohne sie in ihrem ganzen Umfange zu würdigen. Indem wir nun als Bremer unseren Kopf und unsere §eder in den Dienst der Bremer stellen, wird vielleicht manches erscheinen, dem auch die 5ernerstehenden draußen im l^eich" einige Aufmerksamkeit gewähren.

Zwar beschäftigt sich unser Jahrbuch in erster Linie mit dem Material der öffentlichen Sammlungen Bremens, doch es soll sich darauf nicht be­schränken. Auch das Besitztum der Privatpersonen ziehen wir in den Kreis unserer Betrachtung. Ja, die ganze Stadt gilt uns in diesem Sinne als die ehrwürdigste DenKmälersammlung. Wenn wir dabei den Gesichtspunkt des historischen Interesses im weitesten Sinne verstanden als maß­gebend aufstellen, so geschieht es nur deswegen, um unserer Zeitschrift den einheitlichen Charakter zu wahren. Auch so ist unser Stoffgebiet noch groß genug, denn es begreift außer der gesamten Künstlerischen

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