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Bremer archäologische Blätter / Der Landesarchäologe
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Dieter Bischop und Daniela Jager

Der Balge auf der Spur - Ausgrabungen 2004/2005 beiderseits der Langenstraße

Zwei bedeutende, baubegleitende Grabungen beschäftigten die Landesarchäologie in den Jahren 2004 und 2005 auf zwei Grundstücken beiderseits der Langenstraße (Langenstraße 10/12 und 31/35), nachdem die Vorgängerbe­bauung der 50er Jahre den Abrissbaggern zum Opfer gefallen waren. In beiden Fällen bedeutete das Einbringen von teilweise mehr­stöckigen Tiefgaragen und die exponierte La­ge im historischen Zentrum nicht nur ein Be­obachten der Bautätigkeiten, sondern eine schon in der Planungsphase absehbare Betei­ligung des Landesarchäologen im Bauablauf. Denn die gesamte Bremer Altstadt ist archä­ologisch relevantes Gebiet und überall, wo in der Altstadt Bremens gebaut werden soll,

muss die Fläche vorher entsprechend unter­sucht werden.

In beiden Fällen hatte die Nachkriegsbebauung zwar schon viel an archäologischer Substanz vernichtet, doch waren neben tiefgehenden Brunnen und Kloaken noch genügend andere Befunde vorhanden, um der Frage nachzuge­hen, ob und wie weit die Balge sich noch an den entsprechenden Parzellen nachweisen ließe. Aus schriftlichen Überlieferungen, geologischen Bohrungen und alten Aufzeichnungen früherer archäologischer Maßnahmen konnte vermutet werden, dass an diesen Stellen, also links und rechts der Langenstraße, am Fuße des Bremer Dünenkamms, sich der ehemalige Verlauf der mittelalterlichen Balge abzeichnen würde.

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