Hermann Witte
Bericht über eine Wurtuntersuchung in Bremen-Rablinghausen
Ein umfangreiches Bauvorhaben an der Rab- linghauser Landstraße bot die Möglichkeit, Aufschluß über Aufbau und Alter einer der noch in kleiner Zahl vorhandenen Wurten des alten Marschendorfes Rablinghausen auf der linken Weserseite zu erhalten. Das Landesfundarchiv verzeichnet hier sieben heute noch bestehende Hofwurten, die sich nacheinander auf einer Strecke von 900 m parallel zum heutigen Weserufer in NW-SO- Richtung entlangziehen. Unsere Wurt 5/Rab- linghausen ist die nördlichste von ihnen. Sie liegt im übrigen nur 550 m südwestlich vom Weser-Flußkilometer 4. Dort kam 1962 bei der Abbaggerung eines linken Weseruferstreifens der bedeutende Fund der Bremer Kogge von 1380 zum Vorschein.
Rablinghausen liegt im Niedervieland, das mit dem oberhalb gelegenen Obervieland und dem rechtsweserseitigen Werderland den Naturraum der Bremer Wesermarsch bildet (DER SENATOR FÜR UMWELTSCHUTZ, 65). Es handelt sich um normale Flußmarsch mit
schluffig-tonigen, überwiegend staunassen Böden. Ursprünglich reine Grünlandbereiche, die unter den alten Dorfschaften aufgeteilt waren, sind diese Gebiete seit langem überbaut und umgestaltet mit starker Wohnbebauung, Industrieflächen und Hafenanlagen. In den Kernbereichen der alten Marschendörfer mit ihrer dichten modernen Bebauung gibt es nur noch ganz vereinzelt ehemalige Bauernhöfe, die bezeugen, wie es hier einst ausgesehen hat.
Die Tätigkeit im Gelände mußte sich beschränken auf baubegleitende Maßnahmen mit entsprechend knapp bemessenem Spielraum für Untersuchungen. Sie fanden während nur weniger Tage im Februar/März und Oktober 1997 statt. Einzig starkem Frost und somit verzögertem Beginn der Erdarbeiten war es zu verdanken, daß der Landesarchäologe überhaupt von dem Beginn der Arbeiten erfahren hat. Eine rechtzeitige Information seitens des Bauherrn, was Bestandteil der Baugenehmigung war, erfolgte bis dahin
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1 Blick auf die Wurt mit Grabungsfläche
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