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Bremer archäologische Blätter / Der Landesarchäologe
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Klaus Kniep

Über die Dokumentation bronzezeitlicher Felsbilder

Seit dem Jahre 1627, in dem Peter Adolfsön in einem Brief an den dänischen Wissenschaftler Ole Worm die Wissenschaft das erste Mal mit den Felsbildern in Bohuslän, Schweden, bekanntgemacht hat, sind bis heute viele Tau­send Felsbilder entdeckt und im wahrsten Sin­ne des Wortes aufgedeckt, also vom darüber- liegenden Boden befreit worden. So sind sie seit Jahrzehnten der Verwitterung und anderen äußeren Einflüssen ausgesetzt. Heute stellt man leider fest, daß die Oberfläche des Granits im starken Maße verwittert und die Erosion in erschreckendem Tempo fortschreitet. Um nun diese bronzezeitliche Bilderwelt der Mensch­heit und der Wissenschaft zu erhalten, versucht das schwedische Riksantikvarieämbetet (RAÄ) - die oberste Denkmalschutz-Behörde - die Ursachen der Verwitterung zu erforschen, um die Felsen dann wirksam schützen zu können. Das braucht aber Zeit, und die steht nicht aus­reichend zur Verfügung. Die einzige Mög­lichkeit, die Felsbilder in ihrer Motivvielfalt der Wissenschaft und der Forschung zu erhalten, ist die Dokumentierung der momentanen Er­scheinungsform der Felsbilder.

Was sind Felsbilder?

In der deutschsprachigen Literatur wird der Begriff Felsbild meistens für die in Felsen oder Felsblöcken vertieft eingearbeiteten Darstel­lungen benutzt und die Felsmalerei damit ausgeschlossen, obwohl sie vom Begriff her dazugehörte. Da der Begriff diese Unschärfe aufweist, verwenden einige Autoren auch die Begriffe Felszeichnung oder Felsritzung in der Meinung, eine genauere Bezeichnung gefun­den zu haben. Im folgenden wird der Begriff Felsbild für alle bildlichen Darstellungen und Zeichen, die in verschiedenen Techniken in frei­liegenden Felsen und Felsblöcken eingearbei­tet sind, vewendet. Ein Felsbild kann aus einem oder mehreren Motiven bestehen, die aber nicht zusammengehören müssen, weder zeit­lich noch inhaltlich. Ein Motiv ist eine einzelne Darstellung, z.B. eine Schale, eine Linie, ein Schiff oder auch ein Pflüger.

Was bedeutet Dokumentation in Bezug auf die Felsbilder?

Dokumentieren bedeutet beurkunden, bewei­sen. Auf die Felsbilder angewendet heißt das,

daß die Existenz der Felsbilder in all ihren Eigenschaften bewiesen werden muß. Das wiederum bedeutet, da ja die Felsbilder in der Regel nicht beweglich sind, daß für eine exakte Dokumentierung eine genaue Reproduktion der Felsbilder erforderlich ist.

Je nach Forscherinteresse müssen verschiede­ne Dinge dokumentiert werden. Liegt ein tech­nisches Interesse vor, geht es um die Herstellungsweise der Felsbilder, dann müssen peinlich genau die Bearbeitungsspuren doku­mentiert werden. Geht es aber um die inhaltli­che Aussage der Felsbilder, ist die Technik von untergeordnetem Interesse, müssen die Motive in ihrer Variationsvielfalt und in ihrer Zuordnung zueinander dokumentiert werden. Wird nach der zeitlichen Reihenfolge der einzelnen Motive gefragt, muß wieder nach anderen Gesichts­punkten vorgegangen werden. Um eine umfas­sende Dokumentation herzustellen, müßten all diese Aspekte berücksichtigt werden . Da aber das Hauptinteresse aller Felsbildforscher darin liegt, die Aussage dieser Felsbilder zu entzif­fern, sollte eine Felsbilddokumentation folgen­des leisten:

1. Das Felsbild muß als Ganzes reproduziert werden, damit alle Motive in ihrer Zuordnung zueinander festgehalten werden.

2. Die Reproduktion muß überschaubar und für die Forschung handhabbar sein, d.h., sie darf in den Dimensionen den Blickwinkel des Betrachters nicht überschreiten.

3. Die Motive müssen in Größe und Form maß­stabgerecht wiedergegeben werden.

Möglichkeiten der Dokumentation 1. Zeichnung

Das Abzeichnen ist die älteste Methode, die Motivvielfalt der Felsbilder wiederzugeben. Schon 1848 hat A. E. Holmberg 165 Zeichnun­gen von schwedischen Felsbildern veröffent­licht.

Am bekanntesten aber ist das Zeichenwerk von Lauritz Baltzer, der von 1881-1908 etwa 248 Zeichnungen von schwedischen Felsbildern anfertigte. Diese Zeichnungen werden heute noch in der Wissenschaft und Forschung ver­wendet. Aber leider sind, wie wir heute wissen,

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