Rüdiger Keim
Die Grabung 1994 auf dem Klushofgelände in Bremerhaven-Lehe
1 Plan von Lehe (1895) und heutiges Straßennetz. Kreis: Klushofgelände.
Auf dem Klushofgelände in Bremerhaven-Lehe befanden sich die mittelalterliche Kapelle zum Heiligen Kreuz und spätestens seit dem 17. Jh. ein Fremden- und Armenfriedhof. Aufgrund historischer Urkunden, alter Karten- und Katasterunterlagen und wiederholter archäologischer Beobachtungen sind die geschichtliche Bedeutung und die ungefähre Lage des alten „Klushofs", der sich außerhalb des Fleckens Lehe befand, seit langer Zeit relativ gut bekannt (Abb. 1).
Von Mitte Oktober bis Ende November 1994 und im Januar 1995 wurden durch Mitarbeiter des Bremer Landesarchäologen wieder Untersuchungen im seit 1986 eingerichteten Grabungsschutzgebiet 38, dem Sanierungsgebiet „Klushof" zwischen der Dionysiusstraße und der Stresemannstraße, in Bremerhaven-Lehe durchgeführt. Dabei konnte nun zum erstenmal ein kleiner Bereich des neuzeitlichen Armen- und Fremdenfriedhofs systematisch dokumen
tiert werden. Auf der ca. 5 x 4 m großen Grabungsfläche im Hinterhofbereich eines um 1880 gebauten Wohnhauses (Abb. 1) wurden in einer Tiefe von nicht einmal einem Meter mehrere Bestattungen, verschiedene Gruben, die Reste einer vermutlichen Zisterne und eine große Anzahl von Funden entdeckt.
Diese erstaunliche Menge von Befunden und Funden steht im Gegensatz zur Grabung von 1991, die auf der angrenzenden Parzelle stattfand (KELM). Ungefähr 25 m westlich der Fläche von 1994 wurde ein 25 x 4 m großer Suchschnitt angelegt (Abb. 2), der aber keine zum Friedhof gehörenden Befunde und bis auf zwei mittelalterliche Keramikscherben auch keine älteren Funde erbrachte. Interessanterweise nahm die Zahl von verstreut anzutreffenden Knochen in östliche Richtung zu. Damit und durch die vor allem bei Gartenarbeiten der Anwohner an der Stresemannstraße immer wieder entdeckten Knochenfunde (ELLMERS,
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