hohen Enden" und auch „Zwischen Dörpen", denn letzteres wird auf der Karte des „Gowge- richts Ober Vieland" von 1809 (Staatsarchiv Bremen, 11, 11a, Tf. 24) „Hohe Zaun" geschrieben.
Sowohl auf „Die Wurt" und „Das hohe Land" wurde ich sofort fündig. Beim Landesarchäologen fand man auf den ersten Blick unter den Keramik-Funden von der Römischen Kaiserzeit bis zum Hochmittelalter (rund 1500 Jahre) alle Epochen vertreten. Funddichte und Fundqualität sind meines Erachtens mit denen meiner ersten Begehung zu vergleichen.
Auf „Die Wurt" finden sich ausschließlich hochmittelalterliche Scherben, was wenig überrascht, denn das Reihendorf Brokhuchting ist in Zusammenhang mit der Niederungskolonisation 1062 erstmals erwähnt (Brem. Urkb. I, Nr. 21), und das Flurstück liegt direkt an der gleichnamigen Landstraße.
Um die wenig markante Erhöhung des Hohen Landes in seinen nördlichen Ausmaßen zu erkunden, beging ich seit März 94 das „Achter-
6 Zwei Scherben mit seltenen Verzierungsmustern. M. 1:1.
feld". Wie auf dem Hohen Land findet sich hier eine außerordentlich hohe Dichte von Oberflächenfunden, besonders der Römischen Kaiserzeit. Die Funde reichen auch in die ersten Jahrhunderte vor Beginn der Zeitrechnung zurück.
Die im untersuchten Gebiet gemessenen Höhenpunkte liegen mit 3,13, 3,16 und 3,18 m verhältnismäßig niedrig. Die Funddichte nimmt mit dem Fallen des Geländes nach Norden und Westen hin ab. Wenn die Grenzen der Altbesie- delung in Richtung Süden und Osten auch noch näherer Untersuchung bedürfen, so scheint mir
doch die namensgebende Erhöhung („Hohe Land") das Zentrum einer Siedlung zu sein. Das Areal um „Das Achterfeld" und „Das hohe Land" ist nach der Höhenkarte ein schmaler Ausläufer der Schwemmsand-Insel, auf der
7 Gefäß aus West Stow, Suffolk (nach St. West). M. 1:4.
auch „Das hohe Feld" und das Dorf Mittelshuchting liegen.
Einige Funde auf dem Achterfeld bestärkten die ersten Deutungen. Die Ablese der Ackeroberfläche erbrachte als hervorragende Funde zwei Keramikscherben mit Stempelverzierungen. Die eine ist ein nur etwa fünfpfennigstück- großes Fragment eines Gefäßes mit einer seltenen Rollrädchenverzierung, die vermutlich aus dem langobardischen Siedlungsgebiet östlich der Elbe stammt und zeitlich ins 2./3. Jahrhundert datiert (Abb. 6, links).
Eine etwa zweimarkstückgroße Scherbe mit zwei unterschiedlichen Stempelverzierungen ist aus dem 5. bis 6. Jh. (Abb. 6, rechts). Die gleichen Verzierungen zeigen sich auf Gefäßen, die in Südengland gefunden wurden, wie bei einem Gefäß aus der Siedlung von West Stow, Suffolk (Abb. 7).
Der Fund ist ein Beispiel für die Wanderung der Sachsen nach Britannien. Als besonders spektakulär kann ein in Rom geprägter Sesterz (Abb.8) mit dem bärtigen und lorbeerbekränzten Profil des KaisersCommodusgelten (180-192 n.Chr.) (freundliche Auskunft Dr. F. Berger, Hannover).
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