Manfred Rech
Neufund einer Kogge: Fundgeschichte und Datierung
In das letzte, Ende 1991 erschienene Heft „Bremer Archäologische Blätter" konnte gerade noch die Meldung von der Auffindung eines Schiffes bei den Kanalbauarbeiten an der Schlachte aufgenommen werden. Auch eine Rekonstruktionszeichnung von dem mutmaßlichen Querschnitt dieses Schiffes wurde dem kleinen Bericht bereits beigegeben, war doch bis dahin ganz offen,ob eszu einerganzen oder teilweisen Bergung des Schiffes aus Kostengründen überhaupt kommen würde. Die damals vorgeschlagene Rekonstruktionszeichnung erwies sich als falsch, dafür konnte der Heckteil des Schiffes aber im darauffolgenden Frühjahr 1992 geborgen werden. Bereits seit Beginn 1991 beobachtete C.Christian von Fick die Kanalbaumaßnahme an der
Schlachte, dem alten Bremer Hafengebiet. Der Landesarchäologe war frühzeitig in die Baumaßnahme integriert, so daß die Voraussetzungen, wichtige Funde und Befunde bergen und dokumentieren zu können, gegeben war. Herausragendes Ergebnis dieser baubegleitenden Überwachung wardann im Juli 1991 ein Fund an der Bürgermeister-Smidt-Brücke. Um die ordnungsgemäße Entsorgung von Abwasser und um Rückstauprobleme bei extremem Hochwasser bewältigen zu können, mußte ein aufwendiges Betonbauwerk mit Ventilklappen und einem sog. Fallschacht errichtet werden. Hierzu wurden, in zeitlichem Abstand, vor dem Haus Schlachte 32 zwei Caissons in den Boden versenkt. Dervordere,derWeserzugewandte Caisson, reichte bis in eine Tiefe von 14 m unter Bo-
1 Schlachte. Lage der Fundstelle mit Baugruben.
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