Manfred Rech
Aus dem Bremer Landesmuseum: Fibeln der Goten aus Südrußland
In dem Magazin des Bremer Landesmuseums lagern zahlreiche Funde, die im Laufe der Jahre durch Ankauf, Überlassung aus Privatbesitz oder aus Beständen anderer Bremer Museen in das Landesmuseum gelangten. Dazu gehören etwa eine recht beachtliche Sammlung griechischer Vasen aus Unteritalien oder Bronzefunde aus den „Pfahlbausiedlungen" des Bodensees. In seiner Bedeutung hoch einzuschätzen ist ein kleiner Fundkomplex, der erst nach dem letzten Krieg in den Besitz des Landesmuseums übernommen wurde. Ursprünglich gehörte er zum Inventarbestand des Bremer Gewerbemuseums, wurde jedoch aus fachlichen Gründen an das Landesmuseum abgegeben. Als Fundort der Stücke ist auf den alten Inventarkarten einmal „Bodenfunde der Krim", dann „Südrußland" angegeben. Angekauft wurden die Objekte1906/1907 von einem Kaufmann A. Vogell, Pyrmont. Dies kann als sicher nur für die nachfolgend aufgeführten Objekte Nr. 1-3 gelten. Bei dem Objekt Nr. 4 kann jedoch aufgrund der alten Inventarnummer des Gewerbemuseums (8086) mit einiger Sicherheit angenommen werden, daß dieser Fund zu den übrigen gehört; dafür sprechen sowohl der Fund selbst als auch das Material (Silber). Daß die Fundortbezeichnung „Südrußland" bzw. „Krim" richtig ist, läßt sich schon auf den ersten Blick erkennen, sind es doch Trachtbestandteile, die als typisch für die Goten Südrußlands gelten; denkbar sind sie freilich auch bei angrenzenden germanischen Stämmen, etwa den Gepiden.
Im einzelnen gehören zu dem Fundkomplex folgende Objekte:
1. Silberblechfibel, Oberseite etwas korrodiert, mit spitz zulaufender Kopfplatte, die an der Spitze abgebrochen ist; auf beiden Seiten der Kopfplatte schmale Leisten mit eingepunztem Zickzackband; ausgehämmerte rundliche Aufwölbungen; an den Ansatzstellen des Bügels geriffelte Drähte, die auf der Unterseite umgeschlagen sind; auf der Unterseite der Fußplatte Nadelhalter abgebrochen; auf Unterseite Kopfplatte zwei eiserne Achsen mit aufgeschobenen Zierknöpfen, die Achse zum Bügel hin mit doppelseitiger Spirale und oberer Sehne sowie abgebrochener Nadel. Länge der Fibel: 13,5 cm (Abb. 1-2). Inv.-Nr. FM 8808 a.
1 Silberfibeln des 4/5. Jahrhunderts n. Chr. aus Südrußland.
2. Silberfibel gleicher Konstruktion und gleicher Verzierung, Kopfplatte aber ganz erhalten; an Kopf- und Fußplatte mit von unten ausgehämmerten rundlichen Aufwölbungen versehen; Nadelhalter und Nadel ebenfalls abgebrochen. Länge der Fibel: 13,5 cm (Abb.1 - 2). Inv.-Nr. FM 8808 b.
3. Silberfibel aus dickem Blech mit massivem Bügel, halbrunde Kopfplatte, trapezoide Fuß-
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