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fertigt er die Wasscrprobe durch eine auch für jene Zeit iinhaltbare Erklärung des speeifischen Gewichtes der Hexen, deren frühere menschliche Gestalt in ihrer Nalur eine Veränderung erlitten haben sollte, indem sie durch Verwandtschaft mit dem Teufel, dessen Wesen in sich aufgenommen halten.
Gegen diese öffentlich ausgesprochenen Ansichten eines damals vielgeltenden Gelehrten, die dem Hexcn- glauben wieder eine neue Stütze waren, gab Ewich auf Ersuchen seiner Ereuiide und Herren im December 1583 eine kleine Schrift in den Druck, worin er das Tadelnswert he und Ungereimte des ganzen Verfahrens auseinandersetzte. Diese dem damaligen Grafen Simon von der Lippe gewidmete Schrift erschien unter folgendem Titel: De sagarum quas vulgo veneficas appcllant, natura, arte viribus et factis; item de nolis indieiisque, quibus agnoscuntur et poena, qua afficiendae, censnra aequa et moderata. Brem. 1583.
Ewich nennt seine Schrift eine billige gemässigte Kritik, gedenkt darin des Scribonius des Vertheidigers der Wasserprobe nur glimpflich, und im Gegensatze zu den fanatischen Eiferern für diese abergläubischen Dogmen leuchtet daraus eine grosse Milde hervor, und eine Aufklärung, die die Vernunftbegriffe seiner Zeitgenossen weit überragt.
Ewich stellt die Hexen ([gemeiniglich Frauenzimmer) als Menschen dar, die durch Altersschwäche, durch schlechte Erziehung und Unerfahrenheit, durch Dürftigkeit und schlechtes Leben Verbrecher würden, deren Vergehen aber immer als ganz besondere Bosheiten angesehen würden. Ereilich wichen diese Menschen von Gottes Geboten ab und folgten dem Antriebe des Teufels. — Das Dogma