DER AUFBAU
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de Verbesserungen im Individualverkehr (PKW/ÖPNV). Aufgrund der bremischen Defizite im Dienstleistungsgewerbe ist dabei insbesondere auch die Erreichbarkeit der Einzelhandelskapazitäten im Innenstadtbereich spürbar zu verbessern, deren Attraktivitätssteigerung einen zentralen Ansatzpunkt der wirtschaftskraftstärkenden Maßnahmen darstellen muß. Ebenfalls den erforderlichen Rahmenbedingungen eines konsequenten Wirtschaftswachstums zuzurechnen sind die Kostenbelastungen der regionalen Unternehmen. Der im Sanierungsprogramm angelegte, notwendige Aufholprozeß der bremischen Wirtschaft darf durch die Gestaltung steuerlicher Belastungen (Hebesätze) und sonstiger Abgabensätze nicht beeinträchtigt bzw. gefährdet werden.
Zu den Folgewirkungen der Sanierungsziele gehören insbesondere bedarfsgerechte Ausgestaltungen der für die - deutlich erhöhte - Einwohnerzahl notwendigen Angebote und Einrichtungen. Bei der Quantifizierung dieser Bedarfe bildet die Berücksichtigung von Nachfragestrukturen (z. B. Altersstufen), Kapazitätsauslastungen bestehender Einrichtungen sowie aufgabenkritischen Leistungs- und Standardvergleichen mit anderen Ländern und Städten ein entscheidendes Kriterium.
8. Fazit
Werden die Zielsetzungen des Sanierungsprogramms ernst genommen, hat deren Realisierung in verschiedenster Hinsicht massive Auswirkungen für das Land Bremen. Die dabei zu berücksichtigenden logischen Zusammenhänge sind relativ einfach und nachvollziehbar:
1. Der notwendige Aufholprozeß
gegenüber dem übrigen Bundesgebiet, der allein ein erneutes Abgleiten Bremens in eine Haushaltsnotlage nach Auslaufen der Sanierungsleistungen verhindern kann, ist nicht ohne überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum realisierbar. Die zu überbrückende Differenz ist beträchtlich, ein hoher wirtschafts- und finanzkraftstärkender Effekt der ISP-Maßnahmen daher unbedingt erforderlich.
2. Überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum ist mit einer
spürbaren Zunahme der Arbeitsplätze verbunden. Da es unter Sanierungsaspekten von entscheidender Bedeutung ist, die bremische Wirtschafts- und Finanzkraft zu stärken, müssen die erforderlichen zusätzlichen Arbeitsplätze innerhalb der Landesgrenzen geschaffen werden.
3. Zusätzliche Arbeitsplätze entlasten einerseits den bremischen Arbeitsmarkt, erfordern darüber hinaus allerdings auch eine weitere Zunahme der Einwohnerzahl. Ein Anwachsen der Bevölkerung innerhalb der Landesgrenzen ist aufgrund der steuerlichen Effekte wiederum von zentraler Bedeutung für die bremischen Haushalte.
4. Eine deutliche Zunahme der Arbeitsplätze und Einwohner setzt die Bereitstellung entsprechender Gewerbe- und Wohnungsbau- flächen sowie die Schaffung der erforderlichen Wohnungen in Bremen und Bremerhaven voraus. Die Flächennutzungsplanungen der beiden Gemeinden sind diesen Rahmendaten anzupassen.
5. Beschäftigungs- und Bevölkerungszunahme führen zu einer deutlichen Erhöhung der steuerabhängigen Haushaltseinnahmen sowie zu einer schrittweisen Besserstellung Bremens im Länderfinanzausgleich und damit zur Verwirklichung der zentralen Zielsetzungen der ISP-Komponente des Sanierungsprogramms. Mehreinnahmen und Reduzierungen der arbeitsmarktbe- dingten Folgekosten ermöglichen wiederum eine erhöhte Deckungsquote der bremischen Haushalte und erleichtern die Erbringung des im Rahmen der
Sanierungsvereinbarung festgeschriebenen Eigenbeitrages des Landes.
Im vorliegenden Papier wurde der Versuch unternommen, diese Zusammenhänge näherungsweise zu quantifizieren (vgl. Tabelle). Dabei wurde bewußt auf durchaus mögliche weitere Differenzierungen verzichtet, da vorrangiges Anliegen ist, zunächst einmal Vorstellungen über die erforderliche Größenordnung verschiedener, aus den Zielsetzungen des Sanierungsprogramms abzuleitender Effekte zu ermöglichen. Detailliertere Betrachtungen müssen einer Aktualisierung der bremischen Langfristigen Globalplanung (LGP) vorbehalten bleiben.
Unter diesen Voraussetzungen bedeutet die Umsetzung der ISP- Komponente des Sanierungsprogramms für das Land Bremen, daß in den kommenden 12 Jahren
- die Zahl der Arbeitsplätze um rd. 50.000 (+ 1,0% p.a.)
- die Zahl der Einwohner um rd. 60.000 (+ 0,7% p.a.)
- die Gewerbefläche um 320 Hektar über den normalen Grundbedarf hinaus und
- die Zahl der verfügbaren Wohnungen (netto) um rd. 28.400 (Flächenbedarf: 520 Hektar)
zu erhöhen ist. Erreichbar wären damit
- die Angleichung der bremischen Arbeitsmarktlage an den Bundesdurchschnitt sowie
- steuerabhängige Mehreinnahmen von bis zu 400 Mio DM p.a. (real).
04 21 /39 006-0 ff}
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