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Der Aufbau : Bürger und Stadt
Entstehung
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DER AUFBAU

tekten Bert Gielen mit dem im Kriege gefallenen Sohn von Gerhard Mareks ergaben sich zwischen dem Künstler und Persönlichkeiten des Kulturlebens in Bremen Kontakte, die schließlich zur Gründung der Gerhard Mareks-Stiftung führten; so ist eine umfangreiche Aus­wahl des Lebenswerkes und des Nach­lasses von Gerhard Mareks (350 Skulp­turen, 12.000 Handzeichnungen und 900 Blatt Druckgraphik) nach Bremen gekommen. Die Stiftung ist Träger und Betreuer des Gerhard Mareks-Hauses; dieses steht unter Leitung von Frau Dr. Martina Rudioff.

Nachdem dieser Stand erreicht worden war, plante und baute Bert Gielen den Umbau des historischen Bauwerkes und seine Erweiterung, wie es sich aus dem Programm der Stiftung ergab, und zwar in ständigem Austausch mit dem Kün­stler. Die bauliche Substanz des Altbau­es erwies sich als so schlecht, daß nur die Außenwände wieder verwendet wer­den konnten. So wurden im Altbau drei für Museumszwecke dimensionierte Räume geschaffen, der mittlere als Eingangshalle und der linke durch zwei Geschosse gehend, in ihm das Treppen­haus ins Obergeschoß, in dem über die Galerie in der Eingangshalle ein weiterer Raum für die Sammlung entstehen konn­te. Ein kleines Büro ergab sich neben der Treppe. Die gesamte Technik wurde im Untergeschoß untergebracht, das zum großen Teil in dem sich zum Wallgraben hin abschüssigen Gelände über Terrain liegt. Achsial in der Eingangshalle plante Gielen ein knapp dimensioniertes ver­glastes Zwischenglied zum großen Aus­stellungsraum der Erweiterung, der mit seiner deutlich größeren Raumhöhe und mit Rücksicht auf die Geländenei-gung tiefer gelegenen Fußboden in Spannung zu den Ausstellungsräumen des Altbaues steht; diese empfindet der Besucher beim Herabschreiten über die zweiläufig geführten Differenzstufen deutlich. Das Gitter der Differenzstufen wurde nach einem Entwurf von Gerhard Mareks angefertigt. Der mit Oberlicht belichtete Raum steht so - insbesondere nach Fort­fall der ursprünglich angeordneten lise- nenartigen Wandgliederung - voll für Ausstellungszwecke zur Verfügung.

Im Jahre 1971 wurde der Umbau und die Erweiterung noch zu Lebzeiten von Gerhard Mareks fertiggestellt. Der Kubus des Neubaues hat seine eigene Formen­sprache, ohne die des Alten zu beein­trächtigen, und ist durch die in Zusam­menarbeit mit dem Gartenbauamt ent­wickelten Terrassen und Stützmauern wie selbstverständlich mit dem geneig­ten Gelände verbunden. Außerdem ent­standen so gegliederte Außenräume, die sich vorzüglich für die Aufstellung von Großplastiken im Freien eignen - mit der bemerkenswerten Nebenwirkung, daß so auch in den öffentlichen Stra­ßenraum ausstrahlend der Charakter des Museumsbaues angezeigt wird.

Blick von Süden auf den verglasten Umgang der zweiten Erweiterung.

Einer der neuen Ausstellungsräume der zweiten Erweiterung.