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Der Aufbau : Bürger und Stadt
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DER AUFBAU

Region mit Zukunft

Erste öffentliche Veranstaltung des Kommunalverbundes Niedersachsen/Bremen

Hans Budde

Der Vorsitzende Dr. Wilhelm Petri (Stadtdirektor Achim) gab be­kannt, daß dem am 14. Juni 1991 nach fast anderthalb Jahren Vorbe­reitung gegründeten Kommunalverbund Niedersachsen/ Bremen jetzt 25 Städte und Gemeinden als Mitglieder angehören. Zum Re­gionalpolitischen Symposion in der Delmeburg von Delmenhorst am 28. November 1991 waren über einhundert Teilnehmer gekom­men - Politiker, Vertreter der Städte und Gemeinden, der Kammern, der Wissenschaft und von Verbänden. Man war eingeladen zum Thema:

»Bremen/Niedersachsen - Eine Region mit Zukunft?«

Die Bremer Senatorin Eva-Maria Lemke-Schulte meinte, daß nicht mehr das regionale Oberzentrum Bremen Priorität habe, sondern die Region als Ganzes als Verflechtungsraum rings um Bremen. Stadt und Umland werden unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten zunehmend zur Einheit. Es gilt, den Bestand aufzu­listen und Perspektiven der notwendigen Verbesserung der Entwick­lung im Miteinander zu programmieren. Dabei führt sie vergleichs­weise die Gebiete Verkehrsvernetzung, Siedlungspolitik, Gewer- beansiedlung, Landwirtschaft und Erholung, aber auch kulturelles Klima an. Die Gemeinsame Landesplanung Bremen/ Niedersachsen sei wieder tätig und arbeite eng mit dem Kommunal verbund zusam­men. Sie erwarte, daß aus der gemeinsamen Arbeit sich ergebende Planungsempfehlungen von allen Gebietskörperschaften der Region umgesetzt werden. Unsere Region sei interessant, vielseitig, ökono­misch wie ökologisch aufstrebend und habe ihre Fähigkeit zur Koo­peration, Integration und Revitalisierung bereits bewiesen. Sie sei überzeugt, gerade mit Förderung der Entwicklung durch die gemein­same Landesplanung und den Kommunalverbund sei unsere Region eine Region mit Zukunft.

Im Blick auf den europäischen Binnenmarkt und die Marktöffnung in Richtung neue Bundesländer und Osteuropa forderte Staatssekre­tär Schapper (niedersächsisches Innenministerium) die Freisetzung neuer Kräfte und neuen Schub. Dazu sei die Attraktivität und die Funktionsfähigkeit der Region Bremen und seines niedersächsichen Umlandes energisch zu entwickeln mit Hilfe der gemeinsamen Lan­desplanung und des Kommunalverbundes.

Dazu werde ein regionales Raumordnungsprogramm entwickelt. Er stellte fest, daß ein neues großräumiges Denken und ein regionaler Gestaltungswille bei den Kommunen vorhanden sei. Dazu gehöre eine vertiefte grenzüberschreitende Zusammenarbeit, wie sie sich auf den Gebieten ÖPNV, Abfallwirtschaft und Umweltschutz bereits abzeichne. Er befürworte, daß die Regionalplanung in kommunaler Hand bleibe.

Dr. Günter König, stellv. Geschäftsführer der oldenburgischen Indu­strie- und Handelskammer, stellte ein eingehendes Gutachten von Prognos für den Kammerbezirk vor, in dem der Ist-Stand sehr detail­liert ermittelt wurde, dem sich eine Prognose bis zum Jahr »2010« anschließt. Aus dieser Prognose wird ein Aktionsprogramm entwik- kelt, wobei Standortvorteile und die Nutzung neuer Verkehrsströme herausgestellt werden sollen. Es wird eine nationale und internatio­nale Marketing-Kampagne angestrebt. Man hofft, dieses Programm mit den holländischen Nachbarn und der Region Bremen gemein­sam verwirklichen zu können.

In Vertretung von Herrn Dr. Eisner sprach dann Herr Dr. Gräber vom Bremer Ausschuß für Wirtschaftsforschung. Seine Ausführun­gen beschränkten sich keinesweg auf die Wirtschaft, wie man bei dem Thema

»Strategien einer regionalen Wirtschaftspolitik«

meinen könnte. Er zählte eine Fülle von grenzüberschreitenden Problemen auf verschiedensten Gebieten der Region auf, brachte aber auch Entwicklungstendenzen und Lösungsansätze. Man ge­wann den Eindruck, daß der Kommunalverbund gut beraten wäre, die Zusammenarbeit mit dem Bremer Ausschuß für Wirtschaftsfor­schung zu pflegen.

Dieses Regionalpolitische Symposion war die erste Darstellung des vor fünf Monaten gegründeten Kommunalverbundes Niedersach­sen/Bremen in der Öffentlichkeit. Das Echo der zahlreichen Teilneh­mer und in der Presse war überwiegend positiv. Noch ist der Ver­bund ein zartes Pflänzchen, dessen Geschäftsstelle ab 1. Jan. 1992 in Delmenhorst die Arbeit aufnehmen wird. Zum Geschäftsführer wurde Herr Manfred Romann bestellt. Alle Arbeitsgruppen haben inzwischen ihre erste Sitzung hinter sich. Dazu folgende Liste:

Arbeitsgruppe: Vorsitz:

Wirtschaft Oberstadtdirektor Dr. Boese/Delmenhorst

Verkehr Gemeindedirektor Stormer/Lilienthal

Wohnungsbau und Dr. Herlyn/Bremen Siedlungsplanung

Kultur Gemeindedirektor Well brock/Worpswede

Naherholung und Gemeindedirektor Hinrichs/Hatten Fremdenverkehr

Umwelt und Natur- Herr Werbeck/Bremen Schutz

Gesundheit u. soziale MdL Groth/ Delmenhorst Angelegenheiten

Bei der Veranstaltung haben die eingeladenen Redner ihre Beiträge vorgetragen. Aber darüber hinaus erwartet der Außenstehende vom Kommunalverbund Niedersachsen/ Bremen über dessen Programm mehr zu erfahren als das, was in § 1 der Satzung steht. Es darf nicht dazu kommen, daß die Arbeitsgruppen sich verselbständigen und das Ziel der Gesamtaufgabe - nämlich die Bestandsaufnahme dieser Region und die Zielvorgaben für ihre Entwicklung - in den Hinter­grund tritt. Hier liegt eine wichtige Aufgabe für den Vorstand in der nächsten Zeit, der gelegentlich dazu der Öffentlichkeit berichten sollte.

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