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DER AUFBAU
Der Teerhof in Bremen — eine wechselvolle Geschichte
Werner Schorling
Mit Abschluß des Gestaltungswettbewerbs 1978 für den Teerhof begann für diese Halbinsel inmitten der Bremer Innenstadt ein weiteres Kapitel ihrer Geschichte. Die heftige Diskussion der letzten Jahre über die Neugestaltung des Teerhofs konnte inzwischen zusammengeführt und auf den Punkt gebracht werden; das städtebauliche Ziel, eine einheitliche Vielfalt zu schaffen mit zeitgemäßer Architektur, die auf bereits in der Umgebung vorhandene Elemente vergangener Zeit eingeht und darauf antwortet, ist jetzt erreicht worden. Der Gestaltungsbeirat Teerhof, der die architektonische Entwicklung richtungweisend begleitet hat, wird voraussichtlich im Herbst dieses Jahres seine abschließende Zustimmung zum Gesamtkonzept geben können, so daß dann auch der interessierten Öffentlichkeit das neue Gesicht des Teerhofs vorgestellt werden kann.
Es bleibt das bauliche Umsetzen dieses hohen Anspruchs: nach aktuellen Aussagen des Bauträgers Teerhof-Gesellschaft kann mit der Fertigstellung in zwei bis drei Jahren gerechnet werden. Es verbleibt nunmehr Gelegenheit, die Entwicklungsgeschichte des Teerhofs Revue passieren zu lassen. Eine wechelvolle Geschichte, die fast so alt ist wie die der Stadt Bremen selbst.
Die Entstehung
Bremen hat sich auf einer schmalen, etwa 27 km langen Sanddüne entwickelt. An einer Stelle tritt dieser Dünenzug dicht an die Weser heran und teilt sich in zwei Arme: die Weser und die Kleine Weser. Es entwickelte sich auf der Altstadtseite ein Fährort und an diesem die Hafen- und Handelsstadt Bremen, an der Spitze der Landzunge liegt der Teerhof.
Die LadestraBe auf dem Teerhof.
An den schmalen Straßenraum schloß sich die verwinkelte Wohnbebauung an.
Die „Weserburg" der Kaffeefirma Hagens & Co., 1897 von Johann Rippe erbaut.
Neben der Weserbrücke und der Brücke über die Kleine Weser, die spätere Brautbrücke, entstand um 1530 die „Brautbastion", ein mächtiger Zwinger, der von hohen Wällen umgeben war, sie hatte die Aufgabe, den Flußübergang zu verteidigen. 1583 wurde „die Braut" von Lüder von Bentheim zu einer festen Brückenschanze ausgebaut.
Nachdem am Anfang des 17. Jahrhunderts die Neustadt angelegt und befestigt war, hatte die Brautbastion ihre Aufgabe der Verteidigung erfüllt. 1739 explodierte der Zwinger und wurde nicht wieder aufgebaut. 1830 wurde auf dem ehemaligen Gelände der Braut das Arbeitshaus errichtet. Von 1923 bis 1944 war hier die städtische Bauverwaltung, der Bauhof, untergebracht.
Der Name Teerhof
Um 1650 entstanden auf dem Teerhof eine Schiffszimmerei und eine Helling, um die neugebauten Schiffe ins Wasser zu lassen und
NHALTSVERZEICHNIS
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Johann Jacob van Ronzelen 17
Simon Loschen 18
HansScharoun 19
Arnold Agatz 20
Hans Krajewski 21
Titelbild:
Der Alte Hafen in Bremerhaven - heute