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Der Aufbau : Bürger und Stadt
Entstehung
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DER AUFBAU

Die Erholungslandschaft

Die Landschaft der Wümmeniederung mit ihren Deichen und Was­serläufen, wie den Eislaufwiesen im Winter, waren am Feierabend und am Familienwochenende schnell mit dem Rad zu erreichen - Stille und Weite gab es und den Blick zum Dom. Die Münte, Kuhsiel und Dammsiel hatten ihre grünen Cafegärten, vom Kanuwandern durchs Schüf der Wümme träumen noch heute die Alten - dieser grüne bäuerliche Freiraum war ein großes Erholungsreservoir.

Zusammenfassung:

Städtische öffentliche Grünanlagen rd. 239 ha (einschl. Bürgerpark und 6 Stadtgrünplätzen)

Städtische Friedhofsanlagen rd. 20 ha Öffentliches Straßengrün und

mehrere tausend Straßenbäume rd. 9 ha

Städtische Sportanlagen 3 ha

Die öffentlichen Grünflächen betrugen somit 271 ha zusätzlich gab es Sportanlagen auf

Vereinsgelände 72 ha

somit insgesamt öffentliche und halböffentliche

Grünflächen 343 ha

Schloßpark Sebaldsbrück 1931 angelegt

Hinzu kamen noch einige tausend Kleingärten mit ihren weitläufi­gen grünen Flächen - ein gutes Angebot für ein Wohngebiet mit Reihenhäusern und Hausgärten.

3.2 Der südliche Osten und sein öffentliches Grün - Gebiet B Östliche Vorstadt, Steintor, Hulsberg, Hastedt, Sebaldsbrück, Osterholz und Hemelingen bis Mahndorf

Das öffentliche Grün hatte in diesem Gebiet eine schwierige Aus­gangsbasis. Die Bebauung war bis zum Steintor nahezu lückenlos verdichtet. Am Rande zwar, entlang der Bahnlinie, gab es noch bis in die 20er Jahre und sogar nach 1945 freies Privatland, z. T. als Par­zellen genutzt.

Die Stadtentwicklungsplanung aber hatte eine Sicherung dieser Flächen für öffentliches Grün nicht vorgesehen - leider.

Die Wallanlagen, der Osterdeich mit der baumbestandenen oberen Promenade und dem Uferweg an der Weser, das Kinderspielen an den Kiesbaggereien am Peterswerder und die freien Flächen der Pauliner Marsch waren die Erholungsflächen, die sich die Bevölke­rung zur Nutzung eroberte, auch wenn sie nicht öffentlich waren.

- Ab 1840 geplantes Gelände der städtischen Krankenanstalten.

Das Gelände erhielt als relativ gesicherter Grünfreiraum für das Gebiet zwischen Humboldtstraße und Steintor erhebliche Bedeutung.

Recht schnell wurden 20 ha Fläche erworben und mit Baum­pflanzungen eine fast parkartige Grünanlage hergerichtet. Bis in die 20er Jahre unseres Jahrhunderts wurden schrittweise pavülonartige Anstaltsgebäude, umrahmt von Baumpflanzun­gen, ausgeführt.

Auch heute genießen die Alten der Umgebung die gepflegten Krankenhausanlagen, die von der Gesundheitsverwaltung mit Unterstützung der Fachleute unterhalten werden.

- Um 1859 wurde die Anlage am Körner Wall im Ostertor, 400 m 2 groß, dreiseitig von der schönen Reihenhausbebauung einge­faßt, als erster kleiner Grünstadtplatz während der Bebauung geschaffen - es ist hier das erste Grün.

- 1850 bis 1870/80 wurde der Osterdeich mit dem grünen Band des Deichvorlandes vom Altenwall bis zum Peterswerder zum si­cher wichtigsten öffentlichen Grün mit den Bäumen auf dem Deich.

- Um 1900 wurde die kleine Grünanlage, heute Admiral-Brommy- Platz, an der Ecke Hamburger Straße/Hemelinger Straße, 0,4 ha

groß, im Zuge der Bebauung hergestellt. Im Stil der Zeit ist ein Lindenrondell der Mittelpunkt. Gleich daneben entstand die Schule an der Hemelinger Straße mit ihren Krimlinden, ebenso wie die Schule Hamburger Straße, die 1914 gebaut wurde, und weiter draußen die Schule an der Hohwisch mit ihren Bäumen, die grüne Tupfer in das Quartier brachten.

1905 entstand der 2 ha große Botanische Garten am Osterdeich, finanziert und unterhalten von Franz Schütte und später seinen Erben. Bis zur Auflösung 1936 war er eine stüle Oase, zugängig für jedermann, besonders berühmt für eine Kakteensammlung wissenschaftlich betreut von Georg Bitter und vom Gärtner Nuß­baumer. Der 1939 geplante neue städtische Botanische Garten im neuen Rhododendronpark kam erst in den 50er Jahren zum Ausbau.

1916 wurde auf dem 1903 schon angekauften ehemaligen Hof Kaemena an der Osterholzer Heerstraße der Osterholzer Fried­hof weit draußen vor der bewohnten Stadt begonnen - heute erinnern rechts vom Eingang noch die alten Eichen an den ehe­maligen Hof.

Wie der Riensberger Friedhof 40 Jahre zuvor, wurde auch dieser Friedhof zu einem wichtigen Teil des öffentlichen Grüns in die­sem Bereich des Bremer Ostens.

1920 wurde mit dem Bestattungsbetrieb begonnen. Der schöne Eingangshof zeigt sich noch heute freundlich würdevoll. In der Mitte der 30er Jahre war die Anlage bis zur Hälfte mit etwa 40 ha hergestellt. Die Erweiterung auf 80 ha bis zur heutigen Ludwig-

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