DER AUFBAU
Die Aufbaugemeinschaft nach dem Tode ihres Gründers und Vorsitzenden
Der Tod unseres ersten Vorsitzenden Gerhard Iversen hinterließ den verbliebenen Mitarbeitern eine große Anzahl von Arbeitsbereichen, offenen Fragen und Problemen. Auf Grund seiner vielseitigen Leistungen und seiner Gabe, auch theoretische städtebauliche Probleme menschlich zu sehen und sich für die humanitäre Stadt einzusetzen, hatte Herr Iversen bekanntlich das eigentliche Tätigkeitsfeld der Aufbaugemeinschaft in den langen Jahren seiner tatkräftigen Arbeit vergrößert und erweitert. Die Tatsache, daß er auch häufig aus Nachbargemeinden angesprochen wurde, ließ in ihm die Verpflichtung wachsen, sich auch derer Probleme anzunehmen, obwohl sie mit der Stadt Bremen nicht in direktem Zusammenhang stehen. Damit wurde das Arbeitsgebiet der Aufbaugemeinschaft Bremen - Weser - Jade so groß, daß es von einem einzigen Bearbeiter kaum noch allein zu bewältigen war. Um so schwieriger waren die Probleme der Aufbaugemeinschaft nach dem Ableben des ersten Vorsitzenden, zumal dieser die Arbeit bis dahin weitgehend allein verrichtet hatte.
Es haben dann die verbliebenen Herren des Vorstandes sowie der bereits seit der Gründung unseres Vereins diesem so nahestehende Helfer und Freund des Herrn Iversen, Herr Professor Dr. Wilhelm Wortmann, sich der anstehenden Aufgaben angenommen und zunächst eine Ordnung versucht mit dem Ziel, Prioritäten zu setzen. Dies war erforderlich, da die Weiterführung sämtlicher Aufgaben durch die Betroffenen angesicht fehlender Einarbeitungszeit nicht möglich erschien. Daneben war es notwendig, auch den finanziellen Rahmen abzustecken, um darüber Klarheit zu gewinnen, ob die Aufbaugemeinschaft als Verein in der Lage war, ohne die Tätigkeit eines ehrenamtlichen Vorsitzenden ihre Arbeit fortzusetzen. Aus dem von dem engeren Arbeitskreis, bestehend aus den Herren Prof. Dr. Wortmann, Herbert Körte und Dr. Lüning, aufgestellten Themenkatalog ergab sich sehr bald, daß viele Einzelfragen nicht zum eigentlichen Aufgabengebiet unseres Vereins zählten oder von politischer Seite bereits entschieden waren oder auch finanziell in absehbarer Zeit nicht zu verwirklichen sind. So mußte sich der Arbeitskreis entschließen, das Thema „Naturpark Teufelsmoor" sowie das Thema „Luneplate", aber auch die Frage der Umgehung von Lilienthal nicht weiter zu verfolgen und im übrigen seine Arbeitskraft darauf zu konzentrieren, die Fertigstellung der noch von Herrn Iversen in Auftrag gegebenen Denkschrift für den Kundenverkehr, welche inzwischen der Öffentlichkeit vorgestellt worden war, zu fördern und - vor allen Dingen - einen neuen Vorsitzenden für den so vielfältigen Bereich zu gewinnen.
Diese Tätigkeit, die langwierige und mühevolle Suche nach einer geeigneten Persönlichkeit, die zur Leitung des Vereins nicht nur die erforderlichen sachlichen Voraussetzungen, sondern zugleich auch die menschliche Bereitschaft zum ehrenamtlichen Einsatz die vielfältigen Aufgaben in sich vereinigt, sowie die Heraus-
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gäbe des zweiten Heftes 1982 „Der Aufbau" hat den Arbeitskreis neben der Fortführung der dringendsten Anfragen vornehmlich beschäftigt. Hierbei ist der Arbeitskreis tatkräftig von unserer langjährigen und erfahrenen Sekretärin, Frau Sippel, unterstützt worden. Gleichzeitig muß auch den Bremern gedankt werden, die sich bereiterklärt haben, im Vorstand der Aufbaugemeinschaft oder an seiner Peripherie tätig mitzuarbeiten, - den Vorsitz zu übernehmen, traute sich jedoch kaum jemand. Ein Appell an die einzelnen Stadtteilbereiche war bereits entworfen, als sich eine verdiente bremische Persönlichkeit auf die Anfrage von Herrn Dr. Lüning bereiterklärte, den Vorsitz unseres Vereins in Fortsetzung der zuvor geleisteten Verbandstätigkeit zu übernehmen. Es schienen damit alle Sorgen fortgewischt bis auf die erforderliche Bildung eines fachlichen Arbeitsgremiums als Beirat zur Unterstützung des neu zu Wählenden. Nach kurzer Zeit erhielt der Verein jedoch leider wieder eine Absage, nachdem der nun glücklich gefundene Nachfolger unvorhergesehen mit neuen Aufgaben betraut worden war. Bei den weiteren Beratungen kam der Vorschlag auf, statt eines einzigen Vorsitzenden ein dreiköpfiges Gremium an die Spitze des Vereins wählen zu lassen, um der Vielfältigkeit der Aufgaben gerecht zu werden. Dieser Vorschlag bedingte jedoch gleichzeitig die Suche nach drei Persönlichkeiten, eine Aufgabe, die angesichts der bis dahin bei der Suche nach einer Person gewonnenen Erfahrungen nicht lösbar schien. In der Folgezeit hat dann ein unserem Verein nahestehender und in Bremen angesehener Kaufmann seine Hilfe angeboten und seine Bereitschaft gezeigt, für den Verein als Vorsitzender tätig zu werden. Der Arbeitskreis war jedoch der Meinung, daß für die anstehenden Aufgaben in erster Linie eine Persönlichkeit mit gewissen Erfahrungen im städtebaulichen Bereich, wenn möglich sogar mit Neigung zum Umgang mit Behörden und politischen Gremien, gesucht werden müsse. Gerade das Erfordernis einer gewissen Spezialisierung des zu suchenden ersten Mannes stellte das fast unlösbare Problem dar.
Um so glücklicher schätzte sich der Arbeitskreis, als Herr Dr.-Ing. Franz Rosenberg auf Anfrage von Dr. Lüning sich bereiterklärte, darüber nachzudenken, ob er sich dieser Aufgabe stellen solle. Da Herr Dr. Rosenberg die vom Arbeitskreis für erforderlich gehaltenen Voraussetzungen mitbringt, darüber hinaus Herrn Iversen in seiner Arbeit auch persönlich kannte und aus seiner früheren Tätigkeit als Geschäftsführer der „Entwicklungsgesellschaft im Landkreis Verden" die ebenfalls erforderliche Kritikfähigkeit gegenüber behördlichem Handeln besitzt, schien er für die Nachfolge unseres verstorbenen Vorsitzenden besonders geeignet. Nach einem weiteren, längeren Gespräch konnte Dr. Rosenberg gewonnen werden, so daß die Aufbaugemeinschaft auf ihrer Jahreshauptversammlung am 18. März 1983 einen neuen ersten Vorsitzenden zur Wahl stellen konnte. Die Aufbaugemeinschaft geht damit einer neuen Zukunft entgegen.
Der Aufbau
Der Vorstand der Aufbaugemeinschaft hat beschlossen, die seit 1947 erscheinende Zeitschrift „Der Aufbau" weiterhin in halbjährlicher Folge herauszugeben. Wie bisher, soll über die Arbeit der Aufbaugemeinschaft und über wichtige städtebauliche Fragen in Bremen und in den Nachbargemeinden berichtet werden. Wir danken den Mitarbeitern in diesem Heft herzlich für ihre Beiträge. Wir hoffen, daß über die Zeitschrift „Der Aufbau" die Aufbaugemeinschaft neue Freunde gewinnen wird.