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Der Aufbau : Bürger und Stadt
Entstehung
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Eingemeindungen in das bremische Stadtgebiet

1938 und 1939

Von Wilhelm Wortmann

Die Eingliederung des Überseehafengebietes in Bremerhaven und der unmittelbar an Bremen angrenzenden preußischen Ge­meinden in das bremische Stadtgebiet in den Jahren 1938 und 1939 ist mit einem Bündel unterschiedlicher Entwicklungen ver­knüpft gewesen, die in ihrer zeitlichen Folge und Wechselwir­kung dargestellt werden müssen, um den Ablauf heute verstehen zu können.

1. Unterweserkorrektion

Bremen hat zur Festigung seiner Stellung als Seehafen seinen Blick stets über die Grenzen der Stadt hinausrichten müssen, be­sonders auf seine Lebensader, die Weser. Die fortschreitende Verwilderung und Versandung des Fahrwassers hatte 1617 zur Anlage des Hafens in Vegesack und 1827 zu dem Hafenbau in Bremerhaven geführt. 50 Jahre darauf folgten die Korrektion und Vertiefung der Unterweser. Ihre erste Ausbaustufe, der 5-m-Aus- bau, war 1895 abgeschlossen, die letzte Stufe, der Ausbau auf 9 m unter Seekartennull bis Bremen, steht kurz vor dem Abschluß.

Nutznießer der bis 1921 allein von Bremen finanzierten Arbeiten war nicht nur Bremen, sondern sind auch die oldenburgischen Hä­fen Brake und Nordenham geworden. Diese Häfen haben sich nach 1900 zu bedeutenden Umschlagplätzen für Massengüter entwickelt.

2. Industrieansiedlung in den Nachbargemeinden (Abb. 1)

Als die bremische Wirtschaft in den 70er Jahren des 19. Jahrhun­derts mit der Ansiedlung an die Einfuhr ausländischer Rohstoffe gebundener Industrien begann, war dies nicht im bremischen Gebiet möglich; denn die Stadt blieb ebenso wie Hamburg bis 1888 Zollausland. So entstanden bremische Industrien in den preußischen Nachbargemeinden Hemelingen, Grohn, Aumund, Blumenthal, Osterholz-Scharmbeck, Burgdamm und in dem ol­denburgischen Delmenhorst. Ein ähnlicher Vorgang wiederholte sich, allerdings aus anderem Anlaß, zu Beginn des 20. Jahrhun­derts an der Wesermündung. Bremen hatte sich bei den Verhand­lungen mit Preußen über die Erweiterung seines Hafengebietes in Bremerhaven in einer Vertragsklausel verpflichten müssen, in diesem Gebiet weder Hochseefischerei zu betreiben noch Indu­strien anzusiedeln. Preußen erwartete von dieser Klausel eine Stärkung seines Hafens Geestemünde, der am Ende der 90er Jahre zu einem Fischereihafen ausgebaut war. Für die Hochseefi­scherei traf die erhoffte Förderung ein, für die Industrieansied­lung dagegen nicht. Die damals mit Bremen verhandelnden Indu­strien gingen nicht nach Geestemünde, sondern nach Hamburg und auf das oldenburgische Ufer der Weser. Dort entstanden mit Unterstützung durch die bremische Wirtschaft seit 1900 Indu­strien unmittelbar an der Weser und mit ihnen eine Stadt, die 1908 den Namen Nordenham und das Stadtrecht erhielt.

1. Region Bremen-Unterweser, um 1930

Bremische Industrieansiedlung in Delmenhorst den preußischen Nachbargemeinden und in Nordenham

Bremen und Bremerhaven (Universalhäfen) Nordenham und Brake (Massengüterumschlag)

Dezentralisierte Industrien in den preußischen und oldenburgischen Nachbargemeinden.

Im Raum Bremerhaven/Nordenham: Industrie in Wesermünde und Nordenham

PREUSSEN

PROVINZ HANNOVER REG.BEZ. STADE

Großindustrie

i i Universalhafen (Fahrgastverkehr, Liniendienste, Stückgut und Massengutumschlag)

Massengutumschlag ----- Grenze von Gebietskörperschaften

I Stadt Bremen um 1930

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