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Der Aufbau : Bürger und Stadt
Entstehung
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Aus der Arbeit der Auf baugemeinschaf t Bremen 1976

Von Gerhard Iversen

Das Berichtsjahr zeigt wieder ein buntes Bild an Aufgaben und bestätigt, daß sich Mitarbeit des Bürgers nicht nur in Kritik er­schöpft, sondern verbunden mit kunstruktiven Vorschlägen dem Gemeinwesen dient. Die 31. Jahreshauptversammlung fand am 11. Mai 1976 im Großen Saal des Hauses Schütting statt.

Am Beginn der Jahreshauptversammlung wies der Vorsitzende auf folgendes hin:

Unser Ehrenmitglied, Herr Prof. Wortmann, der unsere Arbeit seit 1945 begleitet, kann heute leider nicht unter uns sein, da an­dere Aufgaben ihn nach außerhalb Bremens führten. Das heutige Thema ist besonders auch sein Anliegen. Herr Kappert weiß aus persönlichen Gesprächen und Begegnungen in Hannover, wie Herr Prof. Wortmann in seinem hohen Alter von 79 Jahren heute noch mit uns und dieser Arbeit in Verbindung steht. Dafür sei herzlich gedankt.

Auch einem anderen Wegbegleiter, Herrn Dr. Düsing, ist zu Be­ginn unserer Veranstaltung zu danken, der 1945/46 die Satzung als Jurist formulierte und beweglich gestalten half, so daß sie heute noch aktuell ist und Bedeutung hat. Herr Dr. Düsing hat ge­beten, daß Jüngere seine Aufgaben übernehmen. Es ist mir ein besonderes Anliegen, daß wir gemeinsam als Mitglieder und Gä­ste diesem Mitstreiter über so viele Jahre recht herzlich danken. Ich darf es sicherlich in Ihrer aller Namen in den nächsten Tagen durch einen persönlichen Besuch tun und ihm Grüße und Dank der Jahreshauptversammlung überbringen sowie die Nachricht, daß er nunmehr wie Prof. Wortmann unser Ehrenmitglied ist. Er feierte vor wenigen Tagen seinen 82. Geburtstag.

Diese Wegbegleiter, die uns über so viele Jahre die Treue bewahrt haben, sind Vorbild für die heute noch Verantwortung Tragen­den, und möchten auch Vorbild sein für die jüngere Generation, die einmal die Aufgabe haben wird, diese Arbeit weiterzuführen.

Mitarbeit des Bürgers in einer Gemeinde, in einer Stadt, für einen Siedlungsraum, für eine Region ist notwendig und von unschätz­barem Wert."

Der Hauptvortrag wurde von Herrn Ministerialdirigent Kappert aus Hannover gehalten. Er ist Leiter des Planungsstabes beim Niedersächsischen Ministerpräsidenten. Herr Kappert stellte sei­nen Vortrag unter das ThemaDie räumliche und strukturelle Entwicklung in der Region Weser-Jade".

Herr Kappert war in unserer Mitte anläßlich des 25jährigen Jubi­läums derAufbaugemeinschaft Bremen". Bis heute haben uns viele Gespräche, Briefe und Telefonate um die Aufgaben der Re­gion Weser-Jade verbunden.

Aus diesem Vortrag sind nachfolgende Bermerkungen von blei­bender Bedeutung:

Die entwicklungspolitische Bedeutung der Region Weser-Jade hat in den letzten Jahren sowohl aus der Sicht Bremens und Bre­

merhavens als auch insbesondere vom Standpunkt des Landes Niedersachsen aus erheblich an Gewicht gewonnen. Alle Unter­suchungen zeigen, daß sich um die beiden Kernstädte des Landes Bremen beiderseits der Weser ein zunehmend verflochtener Le­bens- und Wirtschaftsraum bildet, in dem etwa 1,4 Millionen Menschen wohnen und arbeiten. Diese Bevölkerungszahl wird voraussichtlich auch im kommenden Jahrzehnt etwa gleichblei­ben, wobei aber als ein wesentliches Merkmahl der Entwicklung in diesem Raum eine erhebliche Umverteilung der Wohnplätze zu Lasten von Bremen und zu Gunsten des Umlandes erfolgen wird. Dagegen wird die Zahl der Arbeitsplätze im Dienstleistungsbe­reich (aber nicht in der Industrie) noch leicht wachsen. Insgesamt ergibt sich ein weiteres Anwachsen der Einpendlerströme nach Bremen, die sich in den letzten 20 Jahren bereits verdoppelt ha­ben.

Die im Rahmen der gemeinsamen Landesplanung zwischen Bre­men und Niedersachsen und im niedersächsischen Landes-Ent- wicklungsprogramm und Raumordnungsprogramm erarbeitete Konzeption für die Entwicklung der Region ist auch unter den in den letzten Jahren veränderten demographischen und ökonomi­schen Bedingungen nach wie vor gültig, wenn auch für die Zu­kunft sicher stärker als bisher mit Rücksicht auf die knappen Res­sourcen räumliche und sachliche Prioritäten gesetzt werden müs­sen. Hier wird die Entwicklung der Ober- und Mittelzentren unter Hervorhebung der Achse Bremen-Achim-Verden im Vorder­grund stehen müssen. Zusammen mit einem entsprechenden Verkehrssystem kommt ein solches Schwerpunktprinzip am be­sten dem geforderten Leistungsaustausch zwischen den Funktio­nen Wohnen, Arbeiten, Versorgung und Freizeit und damit einem möglichst großen und qualitativen Angebot dieser Funktionen in der Region entgegen. Für die Entwicklung des Verkehrssystems kann es dabei kein Dogma für den individuellen und öffentlichen Verkehr geben, beide haben ihre Bedeutung für die Region. Nach der Entscheidung Bremens für die Stadtbahn muß für die Region langfristig der Ausbau eines leistungsfähigen Nahverkehrssy­stems im Sinne einer S-Bahn ins Auge gefaßt werden, in einer er­sten Stufe im Zuge der genannten Entwicklungsachse nach Ver­den. In der Straßennetzplanung ist die weitere Ausbildung des äußeren Tangentensystems als Teil des Autobahnnetzes vorgese­hen. Im übrigen wird sich im Bereich der Schiffahrt die bewährte Zusammenarbeit der Häfen an Weser und Jade weiterentwickeln können. Für den Luftverkehr sollte der Flughafen Bremen für seine jetzige Aufgabe funktionstüchtig gehalten werden.

Die Zielvorstellung einer möglichst einheitlichen Willensbil­dung für die Entwicklung der gesamten Region werden die Betei­ligten weiter verfolgen müssen. Die nunmehr erfolgte neue Rege­lung der gemeinsamen Landesplanung kann hierzu ein erster Schritt sein."

Die 30. Jahreshauptversammlung stand unter der Uberschrift und der Feststellung:Eine Stadt ohne Konzept!"

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