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Der Aufbau : Bürger und Stadt
Entstehung
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In memoriam

Jules Eberhard Noltenius 1908 - 1976

Am 7. August 1976 ist Dr. jur. Jules Eberhard Noltenius un­erwartet aus dem Leben geschieden. Er gehörte von Beginn an zu den Bürgern unserer Stadt, die der Aufbaugemein­schaft Bremen mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben. Nach der Gründung der Keimzelle der Aufbaugemeinschaft in der Sögestraße erkannte er schnell, daß hiermit nicht nur persönliche Ziele des Wiederaufbaus verfolgt werden sollten, sondern daß die tätige Mitarbeit des Bürgers an sei­ner Stadt das Ziel war.

Wenn aus unserem Kreise damals Wünsche zu ihm kamen, war er stets aufgeschlossen und bereit, sie zu fördern, soweit er sie als berechtigt betrachtete. Er war kein Freund vieler Worte, wenn es um sachliche Fragen ging.

Bereits 1947 haben die Handelskammer und die Handwerks­kammer die Wirtschaft zur Unterstützung der Ziele der Auf­baugemeinschaft aufgerufen. Als die Währungsreform ge­

sicherte Grundlagen brachte, lagen feste Pläne und Gedan­ken vor. Damals stellte der Bund steuerbegünstigte Gelder für den Wohnungsbau bereit.

Der Verstorbene hat einen Aufruf an die bremische Wirt­schaft maßgeblich entworfen und mit unterzeichnet, um den Aufbau der total zerstörten westlichen Vorstadt zu ermög­lichen. Der Erfolg war überraschend. Nach kurzer Zeit waren 1,4 Millionen DM gezeichnet. Damit war ein Grundstock für die Finanzierung des Aufbaus der bremischen Wohnstraßen geschaffen, aber es fehlte noch ein Treuhänder. Jules Eber­hard Noltenius gehörte zu den Mitgründern der Bremer Treuhandgesellschaft für Wohnungsbau. In ihrem Verwal­tungsrat und dessen Arbeitsausschuß ist er bis zum letzten Tag seines Lebens tätig gewesen.

Er wurde aber auch nicht müde, um die Mitarbeit des Bür­gers in dem Parlament seiner Vaterstadt zu bitten. Wer sol­che persönlichen Gespräche miterlebt hat, wird sie nicht vergessen.

Jeder, der das Wirken des Verstorbenen in der Handels­kammer, in der Bürgerschaft als Senator und Bürgermeister verfolgt hat, wird anerkennen, daß es eine Kunst und Le­bensweisheit ist, anhören und schweigen zu können, erst danach zu sprechen und die Gesprächspartner im kleinen und großen Kreise zum überdenken ihres Standortes zu zwingen. Noltenius verstand diese Kunst, er konnte seine Vorschläge im richtigen Augenblick in wenigen Worten in die Diskussionen einbringen und bei den zu treffenden Ent­scheidungen die Grenze seines Mitgehens deutlich aufzei­gen. Wer hierum wußte, konnte auch aus Gesprächen, um die er gebeten hatte, stets für seine persönliche Arbeit für unsere Stadt etwas Gewinnbringendes empfangen.

Die Aufbaugemeinschaft Bremen verdankt dem Verstorbe­nen manche kritischen Hinweise, aber auch Anregungen und Hilfe. Den in der Aufbaugemeinschaft tätigen Bürgern und vor allem ihrem Gründer bleibt die gemeinsame Arbeit und die häufige Begegnung mit Jules Eberhard Noltenius in 30 Jahren eine unauslöschliche Erinnerung. Die Haltung dieses Mannes und sein Einsatz für Bremen sind ein verpflichten­des Vorbild für die folgende Generation, eine Aufforderung, zum Dienen für das Gemeinwesen bereit zu sein. Das ist der schönste Dank, den wir dem Verstorbenen erstatten können.

Gerhard Iversen

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